Afanassi Afanassjewitsch Fet (1820–1892)

4 Sprüche Romantik

Flüstern, atemscheues Lauschen, Nachtigallenschlag, Silberglanz, des Bächleins Rauschen träumerisch im Hag. Licht der Nacht und nächtlich Dunkel, Schatten ringsumher, schöner Augen Glutgefunkel – Herz was willst du mehr? Aus den Wolken blühen Rosen, und es glüht im Hag – Wollusttränen, süßes Kosen – und der Tag! der Tag!

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Ich sandte, daß sie folgen deiner Fährte (1891) Die Träume fort; Daß es durch Liebe dich verwirr, gewährte Ich keinem Wort. Verschiednen Lebensaltern, Lebensorten Entstammen wir. Kein Sieg von gleichen Einsichten und Worten Führt mich zu dir. Im Herzenstempel, fern von deinen Blicken, Schließ ich mich ein: Die Jugend bet ich an, und mein Entzücken Wird sie stets sein.

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Mond und Rose Sie Wie dein Strahl, so leicht, so rein, Kann kein Hauch, kein Seufzer sein. Doch er weckt mich nicht: Ich muß Harrn auf heißer Tage Kuß, Auf den Zarn im Krönungskranz; Nur für ihn birgt Morgenglanz Duft und Schönheit, unerkannt, Unterm Tau aus Diamant. Er Früh stieg übern Berg ich auf, Um zu sehen: So blühst du auf, Schau die ganze Nacht auf dich. Und du schweigst und duldest mich, Doch entgegen meinem Licht Blühn die Purpurlippen nicht.

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Flüstern, scheues Atmen, Wanken, Nachtigallenschlag, Silberhelles, müdes Schwanken, Eines Bachs am Hag, Licht und Schatten, nachtumschlungen, Schatten und sonst nichts, Blendende Veränderungen Eines Angesichts, Rosenglut in Rauchfontänen, Bernstein – glanzumloht, Und die Küsse und die Tränen Und das Morgenrot!...

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