Aischylos
Segelnd im Glücke zerschellt Menschengeschick an verborgener Klippe.
Nur die wenigsten vermögen es, ihrem besten Freund große Erfolge aufrichtig zu gönnen.
Nur wenigen Menschenherzen ist es eingepflanzt, den Freund, umlacht von Segen, ohne Neid zu schaun.
Denn zur Weisheit leitet uns Zeus und heiligt als Gesetz, daß in Leiden Lehre wohne.
Ein weisheitsvolles Herz ist höchste Göttergabe.
Stark bindet Freundschaft, mächtig eint des Blutes Band.
Die Zeit entsündigt alles, und sie selbst ergraut.
Selig preise nur den, der das Leben wonnenreich geschlossen hat.
Ruhmvoll zu sterben ist den Menschen doch ein Trost.
O dieses Menschenleben! Wenn es glücklich ist, Ein Schatten kann es wandeln.
Die Ehe bindet Mann und Weib mit Götterband Und gilt, bewacht vom Rechte, mehr als Eidesschwur.
Wer dem Alter erliegt, wem herbstlich die Stirn sich entlaubt hat, wankt dreifüßigen Gangs. (Am Stock)
Es erfüllt sich des Schicksals Spruch, nicht Träne versöhnt, nicht Klagegeschrei, nicht Jammer den nie auslöschenden Zorn der beleidigten himmlischen Mächte!
Denn es sei ja Brauch des Menschen, daß er Gefallene gern noch tiefer stößt.
Ein arglos weiser Sinn ist höchste Gottesgabe.