Von dem betörten Sinn läßt sich das Herz betrügen, Liebt ein beglaubtes Nichts und irret mit Vergnügen.
Haller, Versuch von Schweizerischen Gedichten, 1734. Aus: Gedanken über Vernunft, Aberglauben und Unglauben
Nein, bettle, wer da will des Glückes eitle Gaben, Im Wunsche groß, klein im Genuß: Von mir soll das Geschick nur diese Bitte haben: Gleich fern von Not und Überfluß.
Haller, Versuch Schweizerischer Gedichte, 1772. Gedanken. Bey einer Begebenheit (Januar 1734)
Wahrheit hat ein redend Leben, Dessen Kraft kein Witz ersann; Was das Herz hat eingegeben, Hat kein Heuchler nachgethan.
Haller, Versuch Schweizerischer Gedichte, 1772