Albrecht von Wickenburg (1838–1911)

2 Sprüche Romantik

Arm in Arm Heute – ja vor langen Jahren! – Standen wir, Du, den Brautkranz in den Haaren, Neben mir! Und wir schwuren eins dem andern Still und warm, So durchs Leben nun zu wandern Arm in Arm! Arm in Arm stehn wir noch heute, Ob uns auch Manches, was das Herz erfreute, Schwand wie Hauch. Ob uns manches süße Hoffen Auch betrog, Stand ein Herz dem andern offen, Das nicht log. Flattern auch oft schwere Sorgen Uns ums Haupt, Eins ist, daß kein Heut und Morgen Mehr uns raubt, Unsrer Liebe Zeichen winkt uns Nah und fern, Und durch alle Wolken blinkt uns Unser Stern. Laß nach ihm den Blick uns kehren Hand in Hand, Mag noch oft der Tag sich jähren, Der uns band! Aber dann – mit einem Munde Flehn wir warm: Treff' uns auch die letzte Stunde Arm in Arm!

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Was dich immer drückt, verzage nicht. Auch das Leiden adelt – klage nicht. Nur was wieder in den Staub dich zieht, das Gemeine nur vertrage nicht. Freude kann veredeln wie der Schmerz, drum des Lebens Lust entsage nicht. Vorwärts, unaufhaltsam rollt die Zeit, und ins Rad zu greifen wage nicht. Was du bist, das strebe ganz zu sein. und nach anderm Lohne frage nicht.

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