Andreas Gryphius (1616–1664)

3 Sprüche Aufklärung

Alles/ was die Welt vns schencket Nimmt die Welt/ wenn wir hingehn/ Liebe nur bleibt ewig stehn! Lieb' ist/ die kein Sterben kräncket/ Liebe bricht durch Grab vnd Tod Liebe trit mit vns für Gott.

Gryphius, A., Gedichte. Oden. Das dritte Buch. 1657, 12. Aus: Was Gott zusammen füget/ sol Niemand scheiden. Halleluja!

Wie eine Rose blühet/ Wen man die Sonne sihet/ Begrüssen diese Welt: Die ehr der tag sich neiget/ Ehr sich der abendt zeiget/ Verwelckt/ vnd vnversehns abfält. So wachsen wir auff erden Vnd dencken gros zu werden/ Vnd schmertz/ vnd sorgenfrey. Doch ehr wir zugenommen/ Vnd recht zur blütte kommen/ Bricht vns des todes sturm entzwey.

Gryphius, A., Gedichte. Oden. Das erste Buch. Aus: Vanitas! Vanitatum Vanitas! Originaltext

Man lacht nicht, weil du alt, glaub mir, man lacht allein, weil du, die doch so alt, durchaus nicht alt willst sein.

Gryphius, Epigramme, 1643 (erweiterte Sammlung 1663)