Erfüllung Dann losch das Licht, und durch die Stille, fiebernd, verlangend, erwartungsbang, nur noch: unser zitternder Herzschlag! Trunken ... stammelnd, meine Lippen ... süß dein ... Aufschrei! Seligkeit! Im Garten, frühauf, pfiff ein Vogel, von tausend Gräsern troff der Tau, der ganze Himmel ... stand in Rosen. Lieber! ... Liebe! Und wieder: Kuß ... auf ... Kuß! Und nichts als ... wir, nichts ... als wir! Was kann die Welt, an Glück, an Glanz, an Rausch an Wonne, an Taumel, Erdenlust ... und ... Herrlichkeit, uns ... jetzt noch ... schenken ... uns jetzt ... noch bieten ... uns jetzt noch ... bringen?!
Ein Tag … ohne dich ist … kein Tag! Die Stunden … kriechen. Alles … öde … alles leer! Noch … nachts, mitten zwischen zwei Träumen, die mich in deine Arme wiegen, plötzlich: Ich schrecke auf! Mit … zitterndem … Herzen! Liegst du … jetzt wach? Sehnst du … dich … nach mir? Riefst du … mich? Schwarze, schwere, regungslose, nur durch das jagende, fiebernde, pochende Pulsen meines Bluts durchhämmerte Stille! Fern … von mir … fern bist … du, fern!
Ich … weiß. Oft war's nur ein Lachen, ein Handdruck von dir, oder ein Härchen, ein bloßes Härchen, das dir der Wind los ins Genick geweht, und all mein Blut gärte gleich auf, und all mein Herz … schlug nach dir! Dich haben, dich halten, dich halten … und … haben, ganz und … nackt, ganz … und nackt! Und heute, heute, zum … ersten … Mal, unten am blaublink, unten am blaublank, unten am blauflink silberwellchenzitterigen, silberwellchenflitterigen, silberwellchenglitterigen, abgelegen, sanftgeschwungen, wiesenwaldeinsam runden, sommerlauen, sommerwarmen, sommerlinden See, glanzglitzernd im Mittag, zwischen lichten, spielenden, tief hangenden Weiden, Weißerlen und Blütenkolbenschilf von freier, luftiger thymianduftiger Hügelkammhöhe, heute, plötzlich, sah ich … dich so. Ganz und … nackt! Ganz … und nackt – Ganz … und … nackt! Und … mein … Herz stand still. Wunschlos. Vor … Glück. Und es war keine Welt mehr, nichts, nichts, nichts! Es … war nur noch … Sonne! … Nur noch … Sonne! … nur noch Sonne! So schön … warst … du!
7. Sonnengluthen, Abendschatten Wechselten im alten Gleise, Und auch dir, dem Qualenmatten, Tönt ins Ohr die gleiche Weise: Ging das Gestern, kommt das heute Und am Ende auch das Morgen, Doch in alle drei als Beute Theilen gierig sich die Sorgen. Sonnengluthen, Abendschatten Können nicht von selber enden, Aber dir, den Lebenssatten, Ist's vergönnt, sein Loos zu wenden. Nicht umsonst sei dir gegeben, Was Natur den andern schuldig: Drum so ende du dein Leben, Oder trag es still geduldig!
Stimmt! Das Einmaleins und das A b c Ist nichts, als die Weisheit im Negligee.
Ich glaube, ich bilde mir sogar ein, daß ich zehnmal mehr ›Religion‹, meinetwegen nenn's auch ›Christentum‹, im Leibe habe, als sämtliche Konsistorialräte Preußens zusammengenommen. Aber gerade, weil ich so viel ›Religion‹, so viel wahres ›Christentum‹ in mir verspüre, bin ich gegen unsere kirchliche Luderpfaffenwirtschaft! Ich verwerfe jegliches Dogma! Zwischen mich und mein Gefühl soll sich nichts, aber auch nichts drängen! Das wäre wahrhaftig das Letzte, worin ich fremde Einmischung dulden würde. Ich bin also aus Religion gegen die Religion!
Famos steht dir dein bunter Kittel, Doch was beschmierst du ihn mit Dreck? Die Religion ist nur ein Mittel und du – erniedrigst sie zum Zweck!
Ausgepfiffen! Das Leben ist eine Komödie Und geht oft über den Spaß Und gleicht dann jener Tragödie, In der Einer den Andern fraß. Und wenn wir's auch nicht wollen, Wir kommen doch alle drin vor Und spielen die nötigen Rollen Vom Jean bis zum Heldentenor. Und wer mit seiner Visage Am besten zu gaunern gelernt, Erhält die nobelste Gage Und wird auch mitunter besternt. Ich studierte mir manche Falte Und trat vor das volle Haus, Doch blieb ich immer der Alte – Drum pfiff mich das Publikum aus!