Arthur Maria Freiherr von Lüttwitz (1829–1924)

35 Sprüche Romantik

Die Freundschaft kam auf die Erde, als sie den ersten Menschen leiden sah.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Des Menschen Engel ist die Zeit, weil sie uns die Möglichkeit bietet, unsere Sünden zu bereuen.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Die Enttäuschung tötet nicht, die Hoffnung aber gibt das Leben.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Es gibt kaum einen grausameren Eindruck, als nach dem Tode einer geliebten Person auf sichere Weise zu erfahren, daß sie entehrende Handlungen begangen hat.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Es ist schwer, gegen das Verhängnis anzukämpfen, denn es naht unaufhaltsam die Stunde, wo frivoles Menschenwerk zusammenbricht!

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Man lebt in einer Ehe nicht immer in Gütergemeinschaft, aber man lebt immer in Gemeinschaft der Ehre!

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Die Menschen heiraten aus den verschiedensten Gründen. Die allermeisten aber haben dabei nur sich selbst und ihre eigenen Interessen im Auge, sie wollen die Oberherrschaft an sich reißen, um den schwächeren Teil zu beherrschen.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Zu den vielen falsch verstandenen Verhältnissen der Menschen untereinander gehört in erster Linie die Ehe.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Der Wartesalon des Todes, das Alter.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Die kleinen Begebenheiten gehen spurlos an der Seele vorüber, aber die großen vergißt sie nie! Wehe der Seele, wenn es ungesühnte Sünden sind, denn der Wurm der Reue ist auch unsterblich!

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Unser Seelenzustand gleicht den Bergspitzen, die als Inseln aus dem dunklen Meere hervorragen.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Die Augen der Menschen sind trügerisch und verstellungsfähig, und man kann höchstens im Lachen und in der Handschrift den Charakter der Menschen erkennen.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Die Unruhe und die Unzufriedenheit sind allen Menschen angeboren und sind die am schwersten auszurottenden Unvollkommenheiten, deshalb sind sie der Prüfstein für den Grad der Reife des Herzens.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911

Der Mensch verkauft seine Prinzipien, wenn der Preis ihn blendet.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911