Zufälliger Spruch von Auguste Hyrtl

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Mein Leben liegt im Abendschein Mein Leben liegt im Abendschein, Es sinkt die Sonne tiefer nieder, Und nicht mehr lang, so geh' auch ich Dahin, wo keines kehret wieder. Im Nebel liegt der Kindheit Glück, Der Jungfrau Sehnen ward begraben, Des Weibes heiße Wünsche hab' Zum Teil ich auch dahin getragen. Ein Stern nur, er hält still noch Wacht Mit seinem hellen Zauber-Scheine, Der Stern der Lieb' in seiner Pracht, Ihn hielt ich fest im Herzensschreine. Barmherzigkeit gab ich dazu, Und Nächstenliebe ließ ich walten. So wahrte ich des Herzens Ruh', Und hab' auch frohen Sinn behalten. Und wenn es heißt, jetzt ist es aus, Heut mußt du noch von dannen gehen, So werd' ich sagen: wie du willst, Dein Wille, Herr, er mag geschehen. Nur wahre mir mein Liebstes treu, Ich leg' an deine Brust es nieder; Und wenn dann seine Stunde schlägt, So sehen wir ja doch uns wieder. So senk' dich tiefer Abend nun, Ich hab' mein Teil an Freud und Schmerzen, Ich geh' getrost ans letzte Ziel, Die Liebe wahrend treu im Herzen.
Hyrtl, Gedichte, Wien 1875
abschied leben romantisch