Aus dem Zen-Buddhismus
Wenn ich denke, dass ich nicht mehr an dich denke, denke ich immer noch an dich. So will ich versuchen, nicht zu denken, dass ich nicht mehr an dich denke.
Einst wollte ein Meister gerade zu einer Darlegung anheben, als ein Vogel zu singen begann. Der Meister sagte nichts, und alle lauschten dem Vogel. Als dieser verstummte, sagte der Meister, die Darlegung sei bereits erfolgt – und ging seiner Wege.
Wirf deine Gedanken wie Herbstblätter in einen blauen Fluss, schau zu, wie sie hineinfallen und davontreiben – und dann: vergiss sie.
Hast du eine Meinung über die buddhistische Lehre, wird sie ein weltliches Ding. Hast du keine Meinung über weltliche Dinge, werden sie buddhistische Lehre.
Während des Aufenthalts in einem Tempel wurde Meister Tan-hsia kalt, also nahm er eine Holzstatue des Buddha vom Altar und warf sie ins Feuer. Der Hüter des Tempels war entsetzt und verärgert. Daraufhin stocherte der Meister in der Asche: "Was macht Ihr da?" wollte der Tempelhüter wissen. "Ich suche nach heiligen Überresten", erwiderte der Meister. "Die findet Ihr doch sicher nicht in der Asche einer Holzstatue", sagte der Hüter. "Wenn das so ist", meinte Tan-hsia, "hättet Ihr dann noch ein paar Buddhas, damit ich mich wärmen kann?"
O reines und glänzendes Strahlen! O nachtvertreibende Sonne der Weisheit! O Siegerin über Sturm und Flammen! Deine Glorie füllt die Welt!
Mein Mitgefühl für alle Lebewesen soll wie der grenzenlose Himmel sein. Befreit, muß der Geist nicht mehr an weltlichen Dingen festhalten. Wenn ich auch in dieser Welt der Illusion lebe, soll meine Meditation doch wie die Lotosblüte sein, die sich schön und makellos aus dem Schlamm erhebt. Mit geläutertem Geist huldige ich dem Buddha, dem Erleuchteten.
Wenn Du die Wahrheit erkennen willst, dann sei nicht für, aber auch nicht gegen etwas. Der Kampf zwischen dem "Für etwas oder gegen etwas sein" ist die schlimmste Krankheit der menschlichen Vernunft.
Nichts ist so nah wie die Lehre von der »Soheit«. In einem Sandkorn habt ihr alles Land und alle Meere. Wenn wir die Wahrheit gefunden haben, dann gibt es auf der Großen Erde keinen einzigen Menschen mehr.
Schüler: "Wie kann ich mein Selbst-Wesen wahrnehmen?" Meister: "Dein Selbst-Wesen ist das, was wahrnimmt. Ohne es gibt es keine Wahrnehmung."
Ein Schüler kam auf der Suche nach der Wahrheit des Buddhismus ins Kloster: "Was willst du in einem Kloster?" fragte der Meister. "Warum kümmerst du dich nicht um den Schatz in deinem eigenen Hause?" "Was ist mein Schatz?" fragte der Schüler. "Der da fragt ist dein Schatz", sagte der Meister.