Die Freundschaft vermehrt das Gute und verteilt das Schlimme: sie ist das einzige Mittel gegen das Unglück und ist das Freiatmen der Seele.
Seinen heutigen Freunden traue man so, als ob sie morgen Feinde sein würden und zwar die schlimmsten.
Ein Freund muß Freiheit haben, ohne Zurückhaltung zu raten, ja zu tadeln.
Nicht bloß Ergötzen, sondern auch Nutzen muß man aus seinem Freunde schöpfen; denn er muß die drei Eigenschaften besitzen, welche einige dem Guten, andre dem Dinge überhaupt beilegen: Einheit, Güte und Wahrheit.
Man sei lieber als ein Weiser geehrt, als wegen seiner Schlauheit gefürchtet.
Das einzige Mittel, beliebt zu sein, ist, daß man sich mit der Haut des einfältigsten der Tiere bekleide.
Neuheit ist nicht die Sache des Weisen.
Wer nichts auf Morgen ließ, hat viel getan.
Der Zeit nachgeben, heißt sie überflügeln.
Das einzige, was uns wirklich gehört, ist die Zeit. Sogar derjenige, der nichts besitzt, hat sie.
Die Hoffnung ist eine große Verfälscherin der Wahrheit: die Klugheit weise sie zurecht und sorge dafür, daß der Genuß die Erwartung übertreffe.
Nie wird der die Statue auf dem Altar gehörig verehren, der sie als einen Stamm im Garten gekannt hat.
Grade die Wahrheiten, an welchen uns am meisten gelegen, werden stets nur halb ausgesprochen; allein der Aufmerksame fasse sie im vollen Verstande auf.
Nichts erfordert mehr Behutsamkeit als die Wahrheit: sie ist ein Aderlaß des Herzens. Es gehört gleich viel dazu, sie zu sagen und sie zu verschweigen zu verstehn. Man verliert durch eine einzige Lüge den ganzen Ruf seiner Unbescholtenheit.
Die Wahrheit wird meistens gesehn, nur ausnahmsweise gehört.
Sie [die Wahrheit] ist ein gefährlich Ding: jedoch kann der rechtliche Mann nicht unterlassen sie zu sagen.
Stets muß das Innere noch einmal so viel sein, als das Äußere. Dagegen gibt es Leute von bloßer Fassade, wie Häuser, die, weil die Mittel fehlten, nicht ausgebaut sind und den Eingang eines Palasts, den Wohnraum einer Hütte haben.