Bettina von Arnim (1785–1859)

47 Sprüche Klassik

Die echte Liebe empfindet den Geist auch im Leib, in der sinnlichen Schönheit.

Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835. Dritter Teil

Ich will mich sehnen, denn hieraus erzeugen sich all meine Gedanken; denn auch: will ich lieber lieben als geliebt sein [...].

Arnim, Ilius Pamphilius und die Ambrosia, 1848

Dem Geliebten entgegengehen, beflügelt den Schritt, und [...] mit dem Geliebten heimgehen, ist der Inbegriff aller Seligkeit.

Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835. 9. September 1809

Unser Leben ist Leben wecken.

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Das Leben will keine Zeit verlieren.

Arnim, B., Briefe

Und glaub nur nicht, daß alle Menschen leben, die sind zwar lebendig, aber sie leben nicht [...].

Arnim, Die Günderode, 1840

Dies Leben ist ein Gefängnis, wo jeder nur eine kümmerliche Aussicht hat in die Freiheit: das ist die eigene Seele.

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Ich habe gelebt für das Ganze, bald lebe ich mit ihm.

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Freundschaft ist aber gewiß eine der höchsten Seelenkräfte verzehrende Schmarotzerpflanze.

Arnim, B., Briefe

Wo ist denn der Ruhesitz der Seele? Wo fühlt sie sich beschwichtigt genug, um zu atmen und sich zu besinnen? Im engen Raum ist's, im Busen des Freundes.

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Es gibt viel Arbeit in der Welt, mir wenigstens deucht nichts am rechten Platz.

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Ach, was nützt Erfahrung? Sie verführt nur dazu, daß die Leute mit Eigensinn an dem einmal Festgestellten hängen und durchaus sich nicht zugestehen, daß die Vernunft das Bessere oder das Wahre erfinde.

Arnim, B., Briefe

Jeder Gedanke ist die Blüte einer Pflanze. Was ist dann aber ihre Frucht? Die Wirkung auf unser Inneres ist ihre Frucht!

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Denn was soll mir Religion, wenn sie stocken bleibt?

Arnim, Die Günderode, 1840

Keiner soll sich hüten oder sich um sein Schicksal kümmern, wenn er das Rechte liebt; sein Geist ist erfüllt, was nützt das andere!

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Daß vieles sich nicht verwindet, wenn's einmal empfunden ist, daß es immer wiederkehrt, ist nicht traurig; aber daß die Ufer ewig unerreichbar bleiben, das schärft den Schmerz.

Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835. Zweiter Teil. 24. November 1810

Oft wird in der Ehe eine allzu große Mitgift zum Unheil.

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Weißt du, was schlecht ist, im Alter? – Wenn es ein Aufbau, ein Übereinandertürmen rumpliger Vorurteile geworden; durch das die heilige Anlage der Jugend nicht mehr durchdringt, aber wo der Geist durch alles gehäufte Elend des Philistertums, dieser ganz unwahren, aber wirklichen Wahnwelt, durchdringt zur Himmelfreiheit, zum Äther und dort aufblüht, da ist Alter nur das kräftigste Lebenszeichen der Ewigkeit.

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Manche verbergen sich vor der Wahrheit wie vor einem Gläubiger, den man nicht bezahlen kann.

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Alle Wahrheit ist Schönheit, und alles Unschöne ist Unwahrheit.

Arnim, Ilius Pamphilius und die Ambrosia, 1848

Die Wahrheit respektiert nichts als sich.

Arnim, Armenbuch, 1844 (wurde bereits vor seinem Erscheinen von der preußischen Zensur verboten, da man Bettina von Arnim verdächtigte, den Weberaufstand mit angezettelt zu haben)