Bhartrihari

10 Sprüche

Wahrlich, das Glück ist ein Weib, und im Sturm wird es errungen, sei's auf der Liebe Gebiet, sei's mit dem Schwert in der Hand.

Bohlen (Übers.), Die Sprüche des Bhartriharis, 1835

Die Schifffahrt Das Leben geht vorüber wie die Welle, Und Jugend währt nur einen Augenblick; Die Freuden fliehen mit Gedankenschnelle, Wie Wetterleuchten zuckt der Liebe Glück: O Weiser, richte auf die Freudenquelle Der lichten Gottheit deinen wachen Sinn, Daß sich des Daseins dunkles Meer erhelle, Und schiffe sicher durch die Wogen hin.

Bohlen (Übers.), Die Sprüche des Bhartriharis, 1835

Wie der Schatten am Vormittage, Anfangs groß, doch schrittweis weichend, Ist die Freundschaft unter Schlechten. Doch wie Schatten am Nachmittage, Anfangs klein, doch immer steigend, Ist die Freundschaft der Gerechten.

Hoefer, Indische Gedichte in deutschen Nachbildungen, 2 Bde., 1841-44. Sprüche eines indischen Weisen. Aus Bhartrihari's drei Centurien

Die wahren Freunde Wahre Freunde nennt man solche, Die vom Bösen fern uns halten, Aber mit bedächtgem Sinne Für des Freundes Vorteil walten; Das Geheimnis treu verbergen, Nur das Gute laut verkünden; Wenn es Zeit ist, gerne helfen, Und im Unglück nicht verschwinden.

Hoefer, Indische Gedichte in deutschen Nachbildungen, 2 Bde., 1841-44

Arbeitsamkeit Die Trägheit ist des Menschen Feind, Die seinen Leib erschlafft; Die Arbeit ist sein bester Freund, Sie gibt ihm neue Kraft.

Bohlen (Übers.), Die Sprüche des Bhartriharis, 1835

Thaten bringen den Lohn, und Weisheit folget dem Werke, Darum sorgt mit Bedacht, Menschen, für euer Geschick.

Bohlen (Übers.), Die Sprüche des Bhartriharis, 1835

Runzeln bedecken die Wang' und silberne Haare den Scheitel; Alt sind die Glieder und schwach; aber die Hoffnung ist jung.

Bohlen (Übers.), Die Sprüche des Bhartriharis, 1835

Gleich einem Tiger, grausam, mörderisch, Das Alter droht! Gleich einer Feindesschar stürmt auf uns ein Der Krankheit Not!

Schroeder (Übers.), Mangoblüten. Eine Sammlung indischer Lieder und Sprüche in deutscher Nachbildung, 1892

Die Namenlosen Engelmenschen sind bei Tag und Nacht Sonder Lohn auf Nächstenwohl bedacht; Mittelmenschen lindern fremde Sorgen Dann nur, wenn sie selber sich geborgen; Teufelmenschen führen eignes Glück Auf des Nächsten Untergang zurück: Aber die von Schadenfreude brennen, Wahrlich, solche kann ich nicht benennen.

Bohlen (Übers.), Die Sprüche des Bhartriharis, 1835

Stille den Durst, üb' die Geduld und lasse den Hochmut. Sündiger Freude fröhne nicht. Sprich die Wahrheit; gehe den Pfad des Rechts, und an die Wissenschaft gewöhne dich. Wer's verdient, den ehre. Liebe selbst den Feind und schätze gering die eigene Kraft. Guten Namen schütze. Kummer bringe Linderung: das ist's, was der Edle schafft!

Lüttringhaus (Hg.), Lebensworte aus dem Munde guter und großer Menschen aller Zeiten und Völker für Geist und Gemüt, hg. von J. D. Lüttringhaus, Lüdenscheid, um 1880