Boethius

12 Sprüche

Hast du also das Glück dir zur Herringewählt, so füge dich ihren Launen.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Originaltext: Fortnuae te regendum dedisti: dominae moribus oportet obtemperes

Wer aber nennt ein Glück sein Eigen, das sich so zusammengesetzt, dass er nicht in irgendeiner Weise mit seiner Beschaffenheit zankt?

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Quis est enim tam compositae felicitatis, ut non aliqua ex parte cum status sui qualitate rixetur?

Von nur geringer Größe aber sind die Dinge, die den Glücklichsten die höchste Glückseligkeit entreißen.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Perexigua sunt, quae fortunatissimis beatitudinis summam detrahunt

Warum also, ihr Sterblichen, sucht ihr das Glück, das in euch liegt, außerhalb?

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Quid igitur, o mortales, extra petitis intra vos positam felicitatem?

Wer kann Liebenden ein Gesetz vorgeben? Liebe in sich ist ein bedeutenderes Gesetz.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 3. Buch. Prosaübersetzung des metrischen Originaltextes. Originaltext: Quis legem det amantibus?/Maior lex amor est sibi

Die Freundschaft, dies heiligste Gut, gehört der Tugend, nicht dem Glücke zu.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 3. Buch. Originaltext: Amicorum vero, quod sanctissimum quidem genus est, non in fortuna, sed in virtute numeratur.

Du beklagst nun verlorene Reichtümer und hast doch den kostbarsten Schatz von allen gefunden: Freunde.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Nunc amissas opes quaerere: quod pretiosissimum divitiarum genus est, amicos invenisti

Wie sehr die Schlechten also toben mögen, dem Weisen wird sein Kranz nicht herabfallen, nicht verwelken.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 4. Buch. Übers. Internet Originaltext: Quantumlibet igitur saeviant mali, sapienti tamen corona non decidet, non arescet.

Wenn du dem Wind die Segel ließest, dann würdest du fahren, nicht wohin dein Wille strebte, sondern wohin das Wehen triebe; wenn du den Schollen den Samen vertrautest, würdest du tragende und unfruchtbare Jahre unter sich abwägen. Du hast dich dem Schicksal zur Herrschaft gegeben: du mußt dich in die Gewohnheiten dieses Herren schicken. Du versuchst, den Schwung des rollenden Rades aufzuhalten? Aber, törichtester aller Sterblichen, wenn es zu stehen beginnt, hört es auf, Geschick zu sein!

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch

Alles Geschick ist von Grund auf gut.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 4. Buch

Das Schicksal, meinst du, habe sich dir gegenüber gewandelt, doch du irrst. Das sind stets seine Sitten, entspricht seiner Natur. Bewahrt hat es gegen dich nur die Beständigkeit in seiner eigenen Wandelbarkeit.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Tu fortunam putas erga te esse mutatam: erras. Hi semper eius mores sunt ista natura. Servavit circa te propriam potius in ipsa sui mutabilitate constantiam

Das Gute trägt seine Belohnung allein in sich selbst, ebenso wie die Schlechtigkeit ihre eigene Strafe ist.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 4. Buch. Originaltext: Sicut igitur probis probitas ipsa fit praemium, ita improbis nequitia ipsa supplicium est