So deine Liebe mein ewig Gut erstrebt, sei sie willkommen.
Himmlische Minne Es kämmte die Gräfin ihr flutend Haar, Zur Minne täte sie taugen. Da wallte vorbei der junge Scholar Und hub die schmachtenden Augen. Scholar, halt lieber die Augen in Hut, Daß sie zu hoch nicht fliegen! Wer nicht geboren aus Adelsblut, Darf keine Gräfin kriegen./ "Und ist mein Schatz auch hoch und fern, Mein Minnen soll daran hangen, Wie ich liebe des Himmels höchsten Stern; Wer mag ihn zur Erde langen?"/ Scholar, von der Erde gehörst du fort, Hast schon des Himmels Weihen, Bist gar so rein wie die Engel dort, Die lieben, ohne zu freien. Du Keuscher bist höher geboren denn ich, Dein Adel reicht über die Fürsten. O heb mich hinan! Ich fühle mich Nach himmlischer Minne verdürsten.
Alles Lebendige währt seine Zeit, das reinste Weiß ergraut einmal, es trübt sich jeder Glanz.
Strom der Wahrheit Wenn versunken Licht und Lärmen, Sitz ich bei der Lampe Schimmer Oft im nächtlich stillen Zimmer, Wo Gedanken mich umschwärmen, Auf ein altes Buch gesenkt Meine Stirne ernstbeschwert; Kühlung mir der Nachtwind schenkt Durch das Fenster unverwehrt. Wundersame Lieder sausen Draußen Wind und Wald und Wetter, Und es wehn des Buches Blätter; Welch ein feierliches Brausen! Und ich lausche und ich lausche, An ein Ufer fern entrückt. – Rausche Strom der Wahrheit, rausche! Meine Seele lauscht entzückt.