Buddha
Laß nichts Liebes dir erwachsen! Schlimm ist, Liebens zu verlieren. Hast du Liebes nicht noch Leides, wirst du nirgends Fesseln spüren.
Nicht so schnell wie Milch geronnen, folgt der Lohn dem bösen Trachten. Glimmt wie Feuer in der Asche und folgt nach dem Schlimmbedachten.
Vergangene Liebe ist bloß Erinnerung. Zukünftige Liebe ist ein Traum und ein Wunsch. Nur in der Gegenwart, im Hier und Heute, können wir wirklich lieben.
Unsere Verabredung mit dem Leben findet im gegenwärtigen Augenblick statt. Und der Treffpunkt ist genau da, wo wir uns gerade befinden.
Alle Wesen scheun Bedrückung, zittern vor des Todes Nöten. Gleich wie du ist jedes Wesen! Töte nicht und laß nicht töten!
Was wird, vergeht.
In dreifacher Hinsicht zeigt sich die Freundschaft: Man hilft einander, das Unheilsame zu überwinden, das Heilsame zu entfalten, und man verlässt einander nicht im Unglück.
Weise dulden ernst und kraftvoll nicht des Leichtsinns eitle Nähe, steigen zu der Einsicht Warte, sehn tief unten Leid und Wehe. Lächelnd schaun sie auf die Menge wie von ferner Bergeshöhe.
Fest und grad wie einen Pfeilschaft fügt der Weise die Gedanken. Schwerz zu zähmen ist das Denken, hetzt stets unstet voller Schwanken.
Wie nach einem Schatzeskundigen sollst du nach dem Weisen spähen. Wird er dich mit Einsicht tadeln, deine Fehler recht verstehen, Harre aus bei ihm! Es wird dir besser stets, nie schlechter gehen. Mahnen soll er und verhindern, was im Pflichtreich unterbliebe. Nur der Schlechte beut ihm Mißgunst; jeder Gute beut ihm Liebe.
Ist des Toren Fastenspeise größer nicht als Grasesspitze, Hat kein Tausendstel er dennoch von des Weisen Wertbesitze.
An dem Born der Wahrheit ruht sichs glücklich, heiter, ohne Schwere. Immerdar erfreut den Weisen edler Meister edle Lehre.
Brunnenbauer leiten Wasser, Zimmrer richten das Gehäuse, Rechte Pfeile biegt der Pfeilschmied – und sein Ich bezwingt der Weise.
Klar im Dienste des Gesetzes ist des Weisen heitrer Wille Wie ein klarer ungetrübter tiefer See bei Windesstille.
Gute wandeln steten Sinnes, schrein und gieren nicht nach Freude. Weise bleiben ohne Regung, sei's im Glücke, sei's im Leide.
Zwing das eigne Selbst zuvörderst in des Guten recht Geleise; Dann belehre du den andern. So wahrt sich vor Leid der Weise.