Februarschnee Februarschnee tut nicht mehr weh, denn der März ist in der Näh! aber im März hüte das Herz, daß es zu früh nicht knospen will! warte, warte und sei still! Und wär der sonnigste Sonnenschein, und wär es noch so grün auf Erden, warte, warte und sei still : es muß erst April gewesen sein, bevor es Mai kann werden!
Liebeslied Dich sehen, ist: die Heimat haben! dich sehen, ist: zu Hause sein! alle Sehnsucht ist begraben, alle Wünsche schlummern ein! Und ich weiß nichts mehr von draußen, weiß nichts mehr von Müh und Plag, und wie einsam es gewesen und wie freudlos jeder Tag! Alles ach ist selig schöner Friede nur und Sonnenschein! dich sehen, ist: die Heimat haben! dich sehen, ist: zu Hause sein!
Leis und lieb wie einer fernen frohen Sonne goldener Schein über ährenschwerem Feld lacht und leuchtet deiner fernen frohen Liebe holde Wonne still in meine stille Welt. Und die Tage gehn und kommen sommerrosenschön und streuen Blüten dort und Früchte hier, und ich jauchze jedem neuen Morgen zu wie einem treuen köstlichen Geschenk von dir!
Armes Herz du, immer wieder jubelst du die Sehnsuchtslieder deiner Liebe laut empor… armes Herz, und immer wieder steht du vor verschlossenem Tor! Aber … laß es dich nicht grämen, laß dir, was du glaubst, nicht nehmen und erfüllt es sich dir nie… einsam, wie du stets gewesen, wandere deine Wege weiter, ohne jemand anzuklagen, ohne Grollen was auch fällt… lern, von niemand was zu wollen, lern, in dir allein zu tragen, was dich hält, und die Sehnsucht deiner Liebe sing sie wunschlos in die Welt!
Es ist ein stetes stilles Wandern Durch Menschen, Dinge und Gedanken. Man geht und geht Und merkt kaum, wie ringsum die Bilder Sich verschieben und vorübergleiten Und eines um das andere rückwärts fällt ... Und plötzlich steht Man wie in einer neuen Welt! Fernes wird nah und Nahes fern ... Du bleib sein Kern!
Ja – sein Leben bestand aus Augenblicken, und vor lauter Augenblicken war er nicht zum Leben gekommen.
Still! Tiefstiller dunkler Schlaf sinkt über meinen Tag, daß ich nichts hoffen mehr, nichts fürchten mag! Das ganze Leben ... ich entsinne mich kaum, war es froh, war es traurig?! Alles wird Traum ... Es ist eine Wiege, von heimlicher Hand leise geschaukelt an Grabesrand! Still! ... Still!
Wer es zu was bringen will, kann nicht auf alles Rücksicht nehmen, wenn er auch möchte.
Der Mensch muß sich immer auch mit etwas beschäftigen, wovon er nichts versteht; ... das erst ist seine Freude!
's gibt Zeiten, da des Glücks zu viel, und Zeiten, da's zu wenig; 's gibt Tage, da du Bettler bist, und Stunden, da du König.
Und so zerbröckelt sich Monat um Monat und Jahr um Jahr in sonnenlosem Sich-müde-Hoffen… und nirgends auch nur ein Schimmer von Schein, daß es irgend einmal würde anders sein! Man gibt das Beste, das man kann, man gibt sein glühendstes Herzblut dran, mit Leben bezahltes Leben… und hat man etwas fertig gebracht… dann ist der ganze Dank dafür, daß ein paar Freunde freundlich sagen: Freut mich, das hast du gut gemacht! Und damit ist die Sache dann erledigt!
So regnet es sich langsam ein Und immer kürzer wird der Tag und immer Seltener der Sonnenschein ... Ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn .. Gib mir die Hand und komm ... Wir wollen sie uns pflücken gehn ... Es werden wohl die letzten sein!
Laß sterben, was sterben will, und schleppe dich mit ihm nicht müde! Du zwingst es doch nicht mehr zum Leben und zu der frohen Freude eines Sommers! Es hat die Kraft nicht mehr, dein Mitleid, deine Liebe dir zu danken, und zerrt dich selber nur in seinen Herbst! Laß sterben drum, was sterben will ... und ohne Klage!
Nun hat das Leben mir auch dich genommen… nun hab ich nichts mehr zu verlieren, nichts! du warst das Letzte, das ich einst noch lieb gewonnen… und halten wollte… halten… o mit der ganzen Sehnsucht dessen, der es noch einmal wagt, sich aufzuraffen, den Glauben seiner Jugend sich zu retten… Du warst ihr großer Sonnenuntergang… Nun hab ich nichts mehr zu verlieren, drum ich zittern müßte… nichts mehr, nichts, das mir das Haupt könnt beugen… nichts mehr, nichts, das mich noch zwänge, auf den Knien zu liegen! Nun … werd ich … siegen!
Ich will in die Sonne sehn Ich will in die Sonne sehn, wenn ich sterbe, wie sie in brennenden Wolken verloht… ich will mit der Sonne gehn, wenn ich sterbe, in sommerflammendem Abendrot. Die Fenster auf! dort drüben ist meine Heimat und nicht in eurer Nacht und Not! Ich will in die Sonne sehn, wenn ich sterbe, und sinken gleich ihr in strahlendem Tod.
Nicht beiseite sehen, nicht drumrum gehen und ausweichen, nicht darüber hinwegträumen… Standhalten, Aug in Auge seine Kraft erproben und Herr darüber werden! Geschick ist nur, wozu du selbst mit eigner Kraft und eignem Willen die Reihe deiner Tage webst… und Glück doch auch nur, was du selber aus deines Wunsches Tiefe hebst! Was du vor dir bist nur entscheidet und wird des Ganzen immer Kern... nicht Glück, nicht Zufall oder Stern! Und was dann auch dagegen streitet, der Freie macht sich stets zum Herrn! Miß nicht nur an deinem Wunsche... er überfliegt sich gar zu leicht, miß an dem, das du erreicht! Aber was du träumst und möchtest, was an Sehnsucht dich bewegt, sei und bleibe, was durch alle Zweifel dich, durch Kampf und Stille weiter stets und höher trägt!
Ermüdung Laß nicht die Arme sinken, so groß das Gezerr, du hast es noch immer gezwungen und wirst auch diesmal Herr! Wenn's andere leichter sich machen, du bist nicht sie, und Helfer zu deinen Zielen… hattest du nie! Du hast noch immer fast alles bezahlt weit über Kauf; laß es dich nicht verdrießen, sei stolz darauf. Und was du selbst gegeben, war immer wohl mehr, als, auf der Waage gewogen, nötig gewesen wär. Doch ohne Opfer und Einsatz von Herz oder Hand kommt auf der Welt überhaupt kein Wert zustand! Es gibt eben zweierlei Menschen und zweierlei Maß: Ein Baum will Früchte tragen und Gras bleibt Gras! Laß nicht die Arme sinken, so groß das Gezerr, du hast es noch immer gezwungen und wirst auch diesmal Herr!
Auch wir werden alt werden [...] und Furchen und Falten werden sich in unser Gesicht graben und das Herz wird müde werden des frohen Glaubens seiner Jugend und müde der bunten Hoffnungen, mit denen es sich freute und über alle Enttäuschungen hinweglachte.