Carmen Sylva (1843–1916)

27 Sprüche Romantik

Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu besitzen.

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Es gibt nur ein Glück: Die Pflicht, Nur einen Trost: Die Arbeit, Nur einen Genuss: Das Schöne.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Das Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern eben in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben selbst zurechtzimmern.

Stackelberg, Aus Carmen Sylva's Leben, 1885

Gott gab seiner Schöpfung nur einen einzigen Pfeiler: die Liebe.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Die Liebe ist selten so groß und so stark, wie sie in den Büchern steht, oder, wie die Menschen sich selbst einbilden möchten, daß sie es ist.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Geduld

Der Liebe ist jede kleine Schwäche und Eigentümlichkeit lieb. Der Liebe ist jedes Opfer willkommen, da es garnicht als solches empfunden wird. Da, wo die Geduld anfängt, ist schon alles verfehlt, und das Leben eine traurige Komödie.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Geduld

Neapel Ich dachte, das wäre die Liebe, Nun weiß ich: sie war es nicht! Es war ein flüchtiges, zartes, Feinduftiges Frühlingsgedicht. Es war nach dem ewigen Sterben Ein Fliederblühen im Mai, Und war mit den ersten Rosen Verträumt, vergangen, vorbei. Und in Neapel am Strande, Da macht' ich in Buchsbaum ein Grab, Und warf mit Orangen und Veilchen Mein Jugendlieben hinab. Und meinte, daß sehr zu beklagen Ich sei, und gebrochen das Herz, Und nährte in Mondschein und Düften Den ersten schmerzlosen Schmerz. Nie hab' ich von Menschenmunde Das Wort: Ich lieb' dich! gehört, Ich wäre wie Wellen vorm Winde Entflohen, gekränkt und empört. Ich war nicht zum Lieben geboren, Und liebte das Liebhaben doch, – Im sonnigen Gold von Neapel Da lächelt in Blumen es noch.

Sylva, Gedichte. Meerlieder, 1891

Opfer ist das Leben immer, wenn es recht gelebt wird.

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Das Leben ist eine Kunst, in der man nur zu oft ein Dilettant bleibt. Um Meisterschaft zu erringen, muß man sein Herzblut vergießen.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Arbeit und Pflichterfüllung sind das Fundament jedes wahren inneren Glückes.

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Wenn die Hoffnung uns verläßt, geht sie, unser Grab zu graben.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Das ist wohl das bitterste in deinem Leben, wenn das Hoffen daraus ausgelöscht wird, wenn du selbst verzichten mußt, wo du sicher geglaubt hattest, etwas zu erreichen, wo du deines Herzens heißesten Wunsch als unerreichbar aufgeben mußt und entsagen, wo du besitzen solltest.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Entsagung

Nur ein Meer von Güte kann der Erfahrung Felsenkanten glätten.

Sylva, Meine Ruh’. Gedichte, 2. Auflage 1885 (EA: 1884)

Die Menschen haben viel weniger Gewalt über dich, als sie es meinen, da sie über deine Gedanken keine Macht haben. Die sind dein und bleiben dein, was sie auch sagen und wie sehr sie auch schreien mögen.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Mut

Sei stolz und frei, beim Fühlen wie beim Denken, Gott hat dir Herzensfreudigkeit gegeben, Um alles rings mit Fülle zu beleben, Und Kraft genug, Dein Lebensschiff zu lenken.

Sylva, Meine Ruh’. Gedichte, 2. Auflage 1885 (EA: 1884)

Entweder sei Prometheus oder Psyche, entweder schaffe oder liebe; in beiden Fällen besiegelst du das Schicksal.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Erziehung heißt, sich in der umgebenden Welt zurechtfinden, und die Freiheiten seiner Nebenmenschen in keiner Weise beeinträchtigen. Inwieweit dies aber gelingt, hängt lediglich von der Natur eines jeden ab, ob er egoistisch oder altruistisch angelegt ist.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Über die Seele

Mißtraue einem, der an deinem häuslichen Glück zu zweifeln scheint.

Sylva, Vom Amboß, 1890

In der Ehe bilden die Menschen sich ein, sich vollkommen gehen lassen zu dürfen, und denken nicht, daß, sobald sie sich gehen lassen, alle ihre Fehler riesengroß werden und ihre Eigenschaften unbedeutend klein.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Geduld

Sobald in der Ehe der Gedanke an Geduld auftaucht, ist sie eigentlich schon keine Ehe mehr, denn die Liebe ist fort, auf der dieses Verhältnis sich allein aufbauen und erhalten kann.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Geduld

Wahrheit muß es doch wohl geben. Wir hätten sie nicht erfunden.

Sylva, Vom Amboß, 1890