Es gibt nur ein Glück: Die Pflicht, Nur einen Trost: Die Arbeit, Nur einen Genuss: Das Schöne.
Das Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern eben in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben selbst zurechtzimmern.
Die Liebe ist selten so groß und so stark, wie sie in den Büchern steht, oder, wie die Menschen sich selbst einbilden möchten, daß sie es ist.
Der Liebe ist jede kleine Schwäche und Eigentümlichkeit lieb. Der Liebe ist jedes Opfer willkommen, da es garnicht als solches empfunden wird. Da, wo die Geduld anfängt, ist schon alles verfehlt, und das Leben eine traurige Komödie.
Neapel Ich dachte, das wäre die Liebe, Nun weiß ich: sie war es nicht! Es war ein flüchtiges, zartes, Feinduftiges Frühlingsgedicht. Es war nach dem ewigen Sterben Ein Fliederblühen im Mai, Und war mit den ersten Rosen Verträumt, vergangen, vorbei. Und in Neapel am Strande, Da macht' ich in Buchsbaum ein Grab, Und warf mit Orangen und Veilchen Mein Jugendlieben hinab. Und meinte, daß sehr zu beklagen Ich sei, und gebrochen das Herz, Und nährte in Mondschein und Düften Den ersten schmerzlosen Schmerz. Nie hab' ich von Menschenmunde Das Wort: Ich lieb' dich! gehört, Ich wäre wie Wellen vorm Winde Entflohen, gekränkt und empört. Ich war nicht zum Lieben geboren, Und liebte das Liebhaben doch, – Im sonnigen Gold von Neapel Da lächelt in Blumen es noch.
Das Leben ist eine Kunst, in der man nur zu oft ein Dilettant bleibt. Um Meisterschaft zu erringen, muß man sein Herzblut vergießen.
Das ist wohl das bitterste in deinem Leben, wenn das Hoffen daraus ausgelöscht wird, wenn du selbst verzichten mußt, wo du sicher geglaubt hattest, etwas zu erreichen, wo du deines Herzens heißesten Wunsch als unerreichbar aufgeben mußt und entsagen, wo du besitzen solltest.
Nur ein Meer von Güte kann der Erfahrung Felsenkanten glätten.
Die Menschen haben viel weniger Gewalt über dich, als sie es meinen, da sie über deine Gedanken keine Macht haben. Die sind dein und bleiben dein, was sie auch sagen und wie sehr sie auch schreien mögen.
Sei stolz und frei, beim Fühlen wie beim Denken, Gott hat dir Herzensfreudigkeit gegeben, Um alles rings mit Fülle zu beleben, Und Kraft genug, Dein Lebensschiff zu lenken.
Entweder sei Prometheus oder Psyche, entweder schaffe oder liebe; in beiden Fällen besiegelst du das Schicksal.
Erziehung heißt, sich in der umgebenden Welt zurechtfinden, und die Freiheiten seiner Nebenmenschen in keiner Weise beeinträchtigen. Inwieweit dies aber gelingt, hängt lediglich von der Natur eines jeden ab, ob er egoistisch oder altruistisch angelegt ist.
In der Ehe bilden die Menschen sich ein, sich vollkommen gehen lassen zu dürfen, und denken nicht, daß, sobald sie sich gehen lassen, alle ihre Fehler riesengroß werden und ihre Eigenschaften unbedeutend klein.
Sobald in der Ehe der Gedanke an Geduld auftaucht, ist sie eigentlich schon keine Ehe mehr, denn die Liebe ist fort, auf der dieses Verhältnis sich allein aufbauen und erhalten kann.