Carmina Burana
Omnia sol temperat Alles macht die Sonne mild, sie, die Reine, Zarte. Neues schließt das Angesicht des Aprils der Welt auf. Wiederum zu Amor hin drängt die Brust des Mannes. Über alles Liebliche herrscht der Gott, der Knabe. Solche Allerneuerung in dem feierlichen Frühling, und des Frühlings Machtgebot will, daß wir uns freuen. Altvertraute Wege weist er, auch in deinem Frühling fordert Treu und rechten Sinn: Halt ihn fest, der Dein ist! Liebe mich mit treuem Sinn! Sieh auf meine Treue, die von ganzem Herzen kommt und von ganzem Sinne. Gegenwärtig bin ich dir auch in weiter Ferne. Wer auf solche Weise liebt, ist aufs Rad geflochten.
Allzu große Liebe erregt Furcht; quälende Furcht wiederum facht die Glut noch stärker an.
Denjenigen, den das Schicksal bereits plündert, verführt die Hoffnung auf Gewinn dazu, immer weiter zu spielen.
Gold täuscht, Richter werden getäuscht, Schlechte stehen gut da, Gerechte fehlen, die Besten werden dahingerafft.
Auch wenn ein Hund tausendmal pro Tag zur Kirche ginge, er bleibt doch immer ein Hund.
Liebe, Reichtum und großer Gewinn verändern den Charakter auch eines guten Mannes.