Glück der Liebe Einem Schmetterlinge gleicht die Liebe; Wie er flatternd über Blumen schwebt, So entflieht sie oft auf leichten Schwingen, Und nur selten kehrt sie uns zurück. Um gewaltsam ihre Flucht zu hemmen, Strebt das kranke Herz mit leisem Weh; Möcht' ihr gern die raschen Flügel binden, Gern sie bannen in der Treue Kreis. Aber wie des Schmetterlinges Farben Selbst in zarten Händen untergehn, So vernichten Fesseln auch die Reize, Die der Liebe freie Regung schmücken. Darum öffne ihrem kurzen Glücke Willig und geniessend Geist und Herz; Aber will es wankelmüthig weichen Trauere dann – doch halt es nicht zurück!
Bei Übersendung eines Vergissmeinnicht Diese Blume, deren blaue Blüthe Deutungsvoll der schönste Nahme schmückt, Der als Wunsch mir längst im Herzen glühte, Hab' ich einsam heut' im Thal gepflückt. Süss umschwebt von Deinem theuern Bilde, Schien sie würdig zur Gesandtin mir; Hin in ferne, trennende Gefilde, Bringe sie den Gruss der Freundschaft Dir. Ehe sie Dir naht wird sie verbleichen – Schnell verlöschet ihrer Farbe Licht, Doch die Bitte möge Dich erreichen, Die ihr Nahme zärtlich zu Dir spricht.