Denis Diderot (1713–1784)

34 Sprüche Aufklärung

Ein Glück, das nicht von Zeit zu Zeit vom Vergnügen belebt wird und über das Vergnügen nicht seine Wonnen ausbreitet, ist weniger ein wahres Glück als ein Zustand, eine ruhige Lage: das ist ein trauriges Glück.

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Sie, die Frauen finden oft das Glück in den Armen eines Mannes, den sie anbeten. Wir dagegen finden es selbst an der Seite einer willigen Frau, die uns mißfällt.

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Mit Ihnen fühle ich, liebe ich, höre ich, sehe ich, liebkose ich; ich habe eine Daseinsform, die ich jeder anderen vorziehe. Sobald Sie mich in Ihre Arme nehmen, genieße ich ein Glück, das durch nichts übertroffen werden kann. Vor vier Jahren erschienen Sie mir schön, heute finde ich Sie noch schöner. Das ist der Zauber der Beständigkeit, der schwierigsten und seltensten unserer Tugenden.

Diderot, Briefe. An Sophie Volland, am 14. Oktober 1759

Das einzige Geschöpf, das einen Mann um seiner selbst willen mit vollkommener Uneigennützigkeit liebt, ist die Frau.

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Die reine Liebe, von der man so viel spricht, ist nirgends zu finden. Die Zartheit der Empfindungen ist ein bloßes Hirngespinst.

Diderot, Die geschwätzigen Kleinode (Les Bijoux indiscrets), 1748 (anonym)

Man sagt, die Liebe raubt denen den Verstand, die welchen haben, und gibt ihn jenen, die keinen haben.

Diderot, Das Paradoxon des Schauspielers (Paradoxe sur le comédien), 1770-73

Es ist besser, so zu lieben, wie man heutzutage liebt: sich verlieben in wen man will, zusammenzubleiben, solange man aneinander Gefallen findet und sich zu trennen, sobald man Langeweile fühlt.

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Die Symphonie des Lebens baut sich auf Motiven aus der Jugend auf.

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Halte dir stets vor Augen, daß die Natur nicht Gott, daß ein Mensch keine Maschine und daß eine Vermutung keine Tatsache ist.

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Über die Fehler meines Freundes rede ich nur mit ihm selbst.

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Es wird der Welt deshalb nicht schlechter gehen, auch ohne meine Einmischung, und sie wird weder glücklicher, noch unglücklicher sein ohne mich…

Diderot, Die Marquise de Claye (La marquise de Claye), 1819 (posthum)

Aber wer darf sich rühmen, genug Erfahrung zu besitzen? Und ist der nie betrogen worden, welcher sich schmeichelte, am besten damit ausgesteuert zu sein? Gibt es ferner einen Menschen, der imstande wäre, die Umstände recht zu kennen, in denen er sich befindet?

Diderot, Jacques der Fatalist und sein Herr (Jacques le fataliste et son maître), entstanden 1765-84, erschien posthum 1796

Die Dankbarkeit ist eine Last, und jede Last will abgeschüttelt sein.

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Meine Gedanken sind meine Dirnen.

Diderot, Rameaus Neffe (Le Neveu de Rameau), entstanden 1762-1773, übersetzt von Johann Wolfgang von Goethe 1805, gedruckt 1821

Die Religion hat so viele Menschen böse gemacht, tut es noch und wird es immer tun.

Diderot, Unterhaltung eines Philosophen mit der Marschallin von C. (Entretien d'un philosophe avec la maréchale de ***), 1776

Es ist mit den Religionen wie mit den Klosterregeln: sie lockern sich mit der Zeit. Es ist ein Wahn, der nicht standhält gegen den dauernden Einfluß der Natur, die uns immer zu ihrem eigenen Gesetz zurückführt.

Diderot, Unterhaltung eines Philosophen mit der Marschallin von C. (Entretien d'un philosophe avec la maréchale de ***), 1776

Der Quietismus ist die Heuchelei des perversen Mannes und die wahre Religion der liebevollen Frau.

Diderot, Über die Frauen, 1772

Dasselbe Übel kommt bald von Gott, der uns prüft, bald vom Teufel, der uns anficht.

Diderot, Die Nonne (La Réligieuse), 1796

Der Mensch gelangt an den Rand seines Grabes wie der Zerstreute an die Tür seines Hauses.

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Und das Verdrießliche dabei ist, daß alle dergleichen Ahnungen, Inspirationen, Fingerzeige von oben, Warnungen durch Träume und Erscheinungen zu gar nichts helfen; denn die Sache geschieht deswegen doch.

Diderot, Jacques der Fatalist und sein Herr (Jacques le fataliste et son maître), entstanden 1765-84, erschien posthum 1796

Eine häßliche Frau ist der beste Zaun um den Garten.

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