Dschami (1414–1492)

7 Sprüche Renaissance

Aus Ziegeln und aus Lehm erbaut Zerfällt des Glücks Palast, den Baustein schaff' zur Seligkeit, So lang' du Zeit noch hast.

Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Wer liebt, der hat das Edelste getan, Denn ohne Liebe ist das Leben Wahn.

Dschami, Joseph und Suleicha

Wenn nie dein Mund auch das Geheimnis bricht, Zweihundert Schleier hüllen Liebe nicht!

Dschami, Der Frühlingsgarten (Bahāristān). Fünfter Garten. Übersetzt von Ottokar Maria Freiherr von Schlechta-Wssehrd, 1846

Aus dem Stoff der Dauer schnitt der Himmel keine Schürze; Leben ist ein prächt'ges Kleid; sein Fehler ist die Kürze.

Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Wenn Hoffnung dich bei hundert Pförtchen täuscht, So trink doch nimmer der Verzweiflung Blut: Denn, pochst du kühn noch an ein Pförtchen an, Führt's dich oft plötzlich an der Wünsche Bahn.

Dschami, Joseph und Suleicha

Lerne Gott aus Gott kennen, aus Vernunft nicht und Beweisen; braucht es Fackel oder Kerze, um die Sonne dir zu weisen?

Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Ohne Kompaß Weit glaubt ich dich, am letzten Weltenrand Jenseits des Meers erwartetest du mich. Nun lernt ich, dessen Schiff so spät dich fand: Als ich aussegelte, verließ ich dich.

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