O menschliche Liebe! Du gibst uns auf Erden schon das, was wir uns vom Himmel erwarten.
O, daß jeder Kuß eine Woche lang währen und jede Umarmung einen Monat dauern möge – und unsere Liebe immer und ewiglich erstrahle!
An F – Geliebte! mitten in der Qual, Die meinen Erdenpfad umdrängt (Ach, trüber Pfad, den nicht einmal Einsam erhellt einer Rose Strahl), Meine Seel' an einem Troste hängt: An Traum von dir – der allemal Mir Frieden bringt aus Edens Tal. So ist das Deingedenken mir Wie fern verwunschnes Inselland Inmitten aufgewühlter Gier Des Ozeans: ein Meer-Revier In Sturm – indes doch unverwandt Ein heitrer Himmel blauste Zier Grad über jenes Eiland spannt.
Die knabenhafte Dichterliebe ist unstreitig das Gefühl, das unsere Träume von der keuschen Wollust des Himmels am meisten verwirklicht.
Ich hab' nicht Worte – ach! – zu sagen, Was Liebe uns an Glück verspricht.
Die Hauptsache in einer Biographie ist, daß man bei der Wahrheit bleibt, und bei einer Autobiographie ist das ganz besonders wichtig.
Ihr nennt es Hoffnung – jenes zehrend Feuer: Allein, es ist der Wünsche Ungeheuer.
Hoffnung, der Adler, der die Himmel stürmte.
O Traum, zu bald dein Glanz verging! Sternhelle Hoffnung, allzufrüh Des Todes Dunkel dich umfing!
Du weißt sehr wohl, daß kein Gedanke verloren gehen kann, und jede Handlung eine unendliche Wirkung hat.
Die ganze Religion, mein Freund, hat sich schlicht und einfach aus dem Betrug, der Angst, dem Vorteil, der Phantasie und aus der Poesie entwickelt.
Ihr, die ihr leset, wandelt noch unter den Lebenden, ich aber, der ich schreibe, werde lange schon meinen Weg in das Reich der Schatten gegangen sein.
Kinder sollte man nie mit Schlägen auferziehen wollen: Kinder sind nicht Beafsteaks, die besser werden, indem man sie tüchtig durchklopft!
Alle erschaffenen Dinge sind nur Gedanken Gottes.
Nehmen wir die Gottheit zu unserem Ausgangspunkt. Was die Aussagen über diese Gottheit an und für sich betrifft, so ist allein der kein Dummkopf, allein der kein Frevler, der – nichts über sie aussagt.
Zu der Vorstellung eines allmächtigen und allwissenden Gottes gehört auch die Vorstellung von der Ausnahmslosigkeit seiner Gesetze.
Und welche Mittel besitzen wir nun, um zur Wahrheit zu gelangen?
Es ist ein folgenschwerer Irrtum, anzunehmen, daß wir Menschen im allgemeinen aus Überlegung die Wahrheit sprechen.
Wollen wir eine Wahrheit recht eindringlich machen, so brauchen wir Strenge eher als eine blumenreiche Sprache.
Wahrheit stellt strenge Anforderungen. Sie hat keine Sympathie für Rosen und Myrthen.
Wahrheit ist nicht immer in einem tiefen Brunnen.