Edmund Hoefer (1819–1882)

4 Sprüche Romantik

Die Liebe ersetzt alles, aber sie überwindet auch alles.

Hoefer, In der Welt verloren. Eine Erzählung, 4 Bde., 1869

Die Liebe! In den einen sinkt sie heimlich wie ein Sonnenstäubchen hinab; sie keimt leise und grünt auf, sie rankt weiter und erblüht, leise und kaum merklich, bis der Mensch endlich einmal des neuen, gefährlichen Insassen inne wird und den Kampf mit ihm beginnt. In den anderen aber fällt sie wie der Blitz, er zündet und die Glut schlägt auf, und alles umher ist eine Flamme.

Hoefer, Allerhand Geister, 1876

Wider seine Gedanken kann niemand, die mag und wird Gott richten. Aber unsere Worte und unser Tun sind in unserer Macht, und sie sollen nicht sein, daß wir sie bereuen, daß die Menschen sie und uns verdammen.

Hoefer, In doloribus. Tagebuchblätter eines Verschollenen, 1869

Es gibt Fälle, wo auch der Schwächste nicht schwach bleiben darf und auch, wenn nicht an seiner Einsicht und seinem Verstande, doch an der Sittlichkeit und Ehre die kräftigsten Bundesgenossen findet.

Hoefer, Allerhand Geister, 1876