Eduard Eyth (1809–1884)

5 Sprüche Romantik

Schönheit Schönheit stirbt in der Masse; sie wird im Maße geboren; Aber das Schönste doch ist das Unermeßliche mir.

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851

Freundschaft Willst du einen Freund gewinnen? Keinen Hohen oder Reichen Wähle Dir! Die Liebe wohnet Immer nur bei Deinesgleichen. Neben einer Last von Centnern Kann man nicht ein Quintlein wägen, Und was ist die kleine Trommel Neben einer Pauke Schlägen?

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851. Originaltext

Freundschaft 

Und nochmals sag' ich: bleibe fein Bei Freundschaft in dem Niedern;
 Der Hohe wird nicht ehrlich seyn, 
Die Liebe nicht erwiedern; Ich fürchte, daß sein Gut und Stand Dich, wie ein Berg, verschütte; Es geht kein mächt'ger Elephant In eine stroherne Hütte.

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851. Originaltext

Die Hochweisen Und stündet ihr ihm nicht bei Mit Kraft und list'gem Verstand, Gleich fiele dem lieben Gott Der Weltapfel aus der Hand!

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851

An der Quelle
 "An der Quelle saß der Knabe,"
 Ungetrübt sein Herz und klar,
 Wie im Frühling oder Sommer
 Dieses kleine Bächlein war.

 "An der Quelle saß der Knabe,"
 An der Quelle sitzt der Mann;
 Ach, wie doch so Vieles bleiben
 Und so viel sich ändern kann!

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851