Eduard von Hartmann (1842–1906)

5 Sprüche Romantik

Die Liebe ist ein Gewitter, sie entlädt sich nicht in einem Blitze, aber nach und nach in mehreren ihrer elektrischen Materie, und wenn sie sich entladen hat, dann kommt der kühle Wind und der Himmel des Bewußtseins wird wieder klar, und blickt staunend dem befruchtenden Regen am Boden und den abziehenden Wolken am fernen Horizonte nach.

Hartmann, Die Philosophie des Unbewußten, 1869 (9. Auflage 1882 in zwei Bänden)

Das gesicherte Dasein ist eine Qual, wenn nicht eine Erfüllung desselben hinzukommt.

Hartmann, Die Philosophie des Unbewußten, 1869 (9. Auflage 1882 in zwei Bänden)

Ein Recht auf Arbeit kann niemals etwas anderes bedeuten als ein Recht zur Teilnahme an der vorhandenen Arbeitsgelegenheit. Gewöhnlich wird von den Arbeitern mit diesem Rechte die Vorstellung verknüpft, als ob irgendwer [...] die Pflicht hätte, soviel Arbeitsgelegenheit zu schaffen, als erforderlich ist, um aller Ansprüche auf Arbeit zu befriedigen.

Hartmann, Die sozialen Kernfragen, 1894

Man stattet also den Dank eigentlich deshalb ab, um die Dankbarkeit los zu sein.

Hartmann, Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins, 3. Auflage 1922 (EA: 1879)

Alles kommt beim Denken darauf an, daß einem die rechte Vorstellung im rechten Moment einfällt.

Hartmann, Die Philosophie des Unbewußten, 1869 (9. Auflage 1882 in zwei Bänden)