Religion ist schließlich nicht, was den Menschen an Gott, sondern an das Leben knüpft.
Wenn Heiligkeiten sich in einem Menschen bekriegen, das setzt die fürchterlichsten Schlachten.
Leben ist das nicht: die Kunst zu sterben? Oder ist dieses lange Sterben nicht der Boden für die Kunst, zu leben?
Mein Schicksal ist ein dicht gestricktes Netz; zerreiß ich eine Masche, zerstör ich hundert.
Man kann erst steuern, wenn man Fahrt hat.
Wie die Lunge des Neugeborenen rosig, die des Alten grau ist, so die Seelen – und gar die Hirne!
Es peitscht mancher seinen Gott, wo er sich peitschen sollte!
Wenn du Götzen zerschlägst eines andern – vergiß nicht, daß es ihm Götter sind.
Setze den Gott, mit dem du unzufrieden bist, immerhin ab, sorg aber für einen würdigeren Thronfolger.
Das sind die wahren Stunden, Die meine Seele lebt, In denen durchempfunden Die Welt an mir vorüberschwebt.
Durchsichtig wie der edelste Kristall Muß um mich stehn und leuchten rings das All, Kein dunkler Fleck darf fürder an ihm sein. Wie schaff ich das? – Ich glüh' mich selber rein!
Verborgen bleibt nur das Beste an uns; das Schlechte und Dumme hat überall Mitwisser.