Ernst Moritz Arndt (1769–1860)

26 Sprüche Klassik

Gott verläßt die Guten nicht; Gott ist unsre Zuversicht!

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Unermeßbar Wer hat den Sand gezählt, welcher im Wasser haust? Wem hat kein Blatt gefehlt, Wenn der November braust? Wer weiß im Januar, Wie viel der Flocken weh'n? Wie viele auf ein Haar Tropfen aufs Weltmeer geh'n? Wer mißt den Ozean, Wo er am tiefsten fließt? Wer mag die Strahlen seh'n Welche die Sonne schießt? Wer holt das Lichtgespann Fliegender Blitze ein? Nenne den Wundermann? Keiner mag größer sein. Gott ist die Ohnezahl, Vor dem die Zahl vergeht, Der durch den Sternensaal Sonnen wie Flocken weht, Gott ist überall, Gott ist der Ohnegrund, Schneller als Licht und Schall, Tiefer als Meeresgrund. Sandkörner zählest du, Nimmer die Freundlichkeit, Weltmeere missest du, Wie die Barmherzigkeit; Sonnenstrahlen holst du ein, Nimmer die Liebe doch, Womit dein Gnadenschein Sündern entgegenflog.

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Dahin muß eines jeden Herz gerichtet sein, dahin eines jeden Arbeit zielen, daß die innerste Wahrheit und das geheimste Leben der Dinge so erheitert und geläutert, so in den Menschen selbst hinein gelebt und geliebt, so in die Welt gewachsen und geleibt werden, daß sie auch dem Kleinsten und Niedrigsten im Volke mitgeteilt werden, wie sie können.

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Die Völker kämpfen um das Recht, und werden ewiglich darum kämpfen. Krieg ist, weil die irdische und menschliche Natur es so will.

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Der Gott, der Eisen wachsen ließ Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte, drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in seine Rechte, drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede, daß er bestände bis aufs Blut, bis in den Tod die Fehde. So wollen wir, was Gott gewollt, mit rechten Treuen halten und nimmer um Tyrannensold die Menschenschädel spalten. Doch wer für Schand und Tande ficht, den hauen wir in Scherben, der soll im deutschen Lande nicht mit deutschen Männern erben! O Deutschland heil'ges Vaterland, o deutsche Lieb' und Treue! Du hohes Land, du schönes Land, wir schwören dir aufs Neue: Dem Buben und dem Knecht die Acht, der speise Kräh'n und Raben! So ziehen wir aus zur Hermannsschlacht Und wollen Rache haben. Laßt brausen, was nur brausen kann, in hellen, lichten Flammen! Ihr Deutsche alle Mann für Mann, zum heil'gen Krieg zusammen! Und hebt die Herzen himmelan Und himmelan die Hände, und rufet alle Mann für Mann: Die Knechtschaft hat ein Ende. Laßt wehen, was nur wehen kann, Standarten weh'n und Fahnen, wir wollen heut uns Mann für Mann zum Heldentod ermahnen. Auf! Fliege hohes Siegspanier, voran den kühnen Reihen! Wir siegen oder sterben hier Den süßen Tod der Freien.

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