Was ist Glück? Übereinstimmung eines Charakters mit seinem Schicksale. So kann es von Natur gegeben, vom Geiste geschaffen werden.
Das ist das Wahrzeichen, wodurch der gemeine und höhere Mensch sich unterscheiden – daß Jener sein Glück nur dann findet, wenn er auf sich selbst vergißt, Dieser, wenn er zu sich selbst wiederkehrt; Jener, wenn er sich verliert, Dieser, wenn er sich besitzt.
Du schmachtest nach der Freundin Blick als nach des Lebens schönstem Glück? Glaub mir: so schaut dich niemand an, wie jener, dem du wohlgetan.
Rinne, Strom des Lebens, Rinne nur so zu! Rannst doch nicht vergebens, Flücht'ge Welle, du! Liebe war am Quelle, Liebe war im Hain - Liebe wird, o Welle! wo du landest, sein.
Liebe war am Quelle, Liebe war im Hain – Liebe wird, o Welle! Wo du landest, sein.
Wie lang suchst du dein Ziel? Erstreb's! Das Leben liegt vor dir: Erleb's!
Man lerne einsehen, daß das Leben zwar eine Gabe, vor allem aber ein Auftrag ist.
Ein Album ist der Menschen inn'res Leben, Das aufbewahrt in Gottes Händen bleibt, Ein leeres Blatt wird Jeglichem gegeben, Und Jeder ist nur, was er darauf schreibt.
Das Leben ist kein Traum. Es wird nur zum Traume durch die Schuld des Menschen, dessen Seele dem Rufe des Erwachens nicht folgt.
Das ganze Geheimnis sein Leben zu verlängern, besteht darin: es nicht zu verkürzen.
Eine Kunst, das Leben zu verlängern? Lehrt den, der es kennengelernt hat, lieber die Kunst, es zu ertragen!
Der Morgen weht mit zarten Lüften, Und spielt mit Gras und Blatt und Blüt', Und haucht aus tausend süßen Düften Erinnerung in mein Gemüt. Wie bald verweht des Lebens Morgen! Kein Frühling macht uns wieder jung. Was bleibt uns zwischen Pein und Sorgen Als du – als du, Erinnerung? Momente kommen gut und herzlich, Und man vergißt das schlimme Jahr, Ach, man gedenkt entzückend-schmerzlich Der Stunden, die man glücklich war. Das Leben ist ein Kranz von Blüten, Tief zwischen Dornen eingewebt, Nur die erringen, die sich mühten, Nur wer geweint hat, hat gelebt.
Nicht, wie man des Lebens Tage Kümmerlich verläng're, frage! Frage, wie man sie ertrage?
Wer sich nicht oft gern täuscht, der hat die rechte Weisheit noch nicht.
Keiner geht zum Himmel ein, Der nicht war auf Erden; Weise will ein jeder sein, Niemand will es werden.
Im ganzen entsteht alles Irren aus der Zerspaltung unseres Wesens, unserer Vermögen. In keinem Momente soll der Mensch ganz Wille, ganz Intelligenz usw., immer soll er ganz Mensch sein. Hier liegt die Differenz aller Philosopheme. Die echte Weisheit ist ein allseitiger Zustand.
Echte Lebensweisheit ist der Bewegung hold, nicht dem Stillstande.
Berufstätigkeit ist die Mutter eines reinen Gewissens; ein reines Gewissen aber die Mutter der Ruhe, – und nur in der Ruhe wächst die zarte Pflanze des irdischen Wohlseins.
Entschiedene, eingreifende Aktivität ist dem Manne von Natur zugewiesen; passives Weben und Leben dem Weibe. Beide Gesetze dürfen nicht ungestraft überschritten werden.
Unsere Zeit, rasch und weitaussehend, verschmäht die Übergänge; die Übergangspunkte aber sind die Lebenspunkte.