Fanny Lewald (1811–1889)

15 Sprüche Romantik

Gesundheit ist Glück, so sagt der Kranke – Reichtum ist Glück, sagt der Arme, Weisheit ist Glück, sagt der Philosoph – und sie haben alle Recht. Unglück aber ist gewiß, das nicht erreichen zu können, was man bedarf.

Internet

Wer die Liebe nicht versteht, begreift weder den Haß noch den Zorn.

Internet

Ein Frauenherz bricht eher, als es dem Geliebten ein Leid zufügt.

Lewald, Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden, 1845

Wie unter den tausend Blättern eine Baumes nicht zwei einander vollkommen gleichen, so bringt jedes Menschenleben neue Erscheinungen in der Liebe zur Entfaltung.

Lewald, Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden, 1845

Nicht die Liebe, die man uns gewährt, die Liebe, die wir üben und mit der wir dienen und beglücken, ist es, die uns an die Menschen fesselt, die uns ihnen zu eigen gibt.

Lewald, Benvenuto. Ein Roman aus der Künstlerwelt, 2 Bde., 1876

Kein Menschenleben ist so arm, daß die Liebe mit ihrem himmlischen Strahl es nicht einmal erleuchtet hätte.

Internet

Liebst Du mich denn nicht? Mußt Du nicht mein sein, weil Du mir gestanden, daß Du nur mich allein geliebt?

Lewald, Clementine, Erstdruck anonym 1843

Man kann den Frühling im Jahre nicht festhalten, aber man kann jung bleiben in der Seele bis an sein Ende, wenn man die Liebe lebendig erhält in seinem Herzen für die Menschen, die der Liebe würdig sind, und das Auge offen behält für das Schöne, Große, Gute und Wahre.

Internet

Menschen, deren äußere Erfolge zu ihrem Glück genügen, vertrocknen innerlich.

Internet

Es kommt durch zu vieles Erziehen nichts Kluges zustande. Man künstelt und biegt an der menschlichen Natur zu einer Zeit, in der noch alle Anlagen wie die Blume in der Knospe verhüllt sind. Dabei kann man zu leicht störend eingreifen und verderben, statt zu fördern. Wenn man die Kinder nur vor schädlichen Einflüssen bewahrt, so tut in den meisten Fällen die Natur das Nötige, und alles, was sich aus dem Individuum selbst entwickelt, ist ihm angemessener, als wir es zu machen verstehen.

Lewald, Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden, 1845

Die meisten Eltern und Erzieher leben der Ansicht, daß die Sittlichkeit der Jugend beider Geschlechter am besten durch Nichtwissen bewahrt werde.

Lewald, Meine Lebensgeschichte, 3 Bde., 1861-63

In dem festen Zusammengehören, in dem Bewußtsein der Dauer liegt die Heiligkeit, die Schönheit der Ehe, die uns das Leid gemeinsam leichter tragen, Freude doppelt genießen läßt und die vollste, edelste Entwicklung der menschlichen Natur zur Blüte bringt.

Lewald, Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden, 1845

Wo es dahin gekommen ist, wo Eheleute einmal empfunden haben, daß sie nicht eins sind in unauflöslicher Verbindung, wo sie sich als zwei gesonderte Parteien zu denken angefangen haben, da ist das Glück des Hauses unwiederbringlich zerstört. Nur Liebe vermag den menschlichen Egoismus zu besiegen, ohne sie bricht er hervor und fordert gebieterisch Selbsterhaltung und Glück.

Lewald, Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden, 1845

Nicht die Jugend bedarf bei ihrem Schaffen der Ermunterung, sondern das Alter.

Internet

Die Wahrheit ist oft zu einfach, um Glauben zu finden.

Lewald, Deutsche Lebensbilder. Erzählungen, 1865