Ruhe in der Geliebten So laß mich sitzen ohne Ende, So laß mich sitzen für und für! Leg deine beiden frommen Hände Auf die erhitzte Stirne mir! Auf meinen Knien, zu deinen Füßen, Da laß mich ruhn in trunkner Lust; Laß mich das Auge selig schließen In deinem Arm, an deiner Brust! Laß es mich öffnen nur dem Schimmer, Der deines wunderbar erhellt; In dem ich raste nur für immer, O du mein Leben, meine Welt! Laß es mich öffnen nur der Träne, Die brennend heiß sich ihm entringt; Die hell und lustig, eh' ich's wähne, Durch die geschloß'ne Wimper springt! So bin ich fromm, so bin ich stille, So bin ich sanft, so bin ich gut! Ich habe dich, das ist die Fülle! Ich habe dich, mein Wünschen ruht! Dein Arm ist meiner Unrast Wiege, Vom Mohn der Liebe süß umglüht; Und jeder deiner Atemzüge Haucht mir ins Herz ein Schlummerlied! Und jeder ist für mich ein Leben! Ha, so zu rasten, Tag für Tag! Zu lauschen so mit sel'gem Beben Auf unsrer Herzen Wechselschlag! In unsrer Liebe Nacht versunken, Sind wir entflohn aus Welt und Zeit: Wir ruhn und träumen, wir sind trunken In sel'ger Verschollenheit.
Der Liebe Dauer O lieb', so lang du lieben kannst, O lieb', so lang du lieben magst; Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da du an Gräbern stehst und klagst. Und sorge, daß dein Herze glüht, Und Liebe hegt und Liebe trägt, So lang ihm noch ein ander Herz In Liebe warm entgegenschlägt. Und wer dir seine Brust erschließt, O thu' ihm, was du kannst, zu lieb! Und mach' ihm jede Stunde froh Und mach' ihm keine Stunde trüb! Und hüte deine Zunge wohl, Bald ist ein böses Wort gesagt; O Gott, es war nicht bös gemeint, Der Andre aber geht und klagt. O lieb', so lang du lieben kannst, O lieb', so lang du lieben magst; Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da du an Gräbern stehst und klagst. Dann kniest du nieder an der Gruft Und birgst die Augen trüb und naß – Sie sehn den Andern nimmermehr – In's lange feuchte Kirchhofgras, Und sprichst: "O schau' auf mich herab, Der hier an deinem Grabe weint; Vergieb, daß ich gekränkt dich hab', O Gott, es war nicht bös gemeint!" Er aber sieht und hört dich nicht, Kommt nicht, daß du ihn froh empfängst; Der Mund, der oft dich küßte, spricht Nie wieder: "Ich vergab dir längst!" Er that's, vergab dir lange schon, Doch manche heiße Thräne fiel Um dich und um dein herbes Wort, Doch still, er ruht, er ist am Ziel. O lieb', so lang du lieben kannst, O lieb', so lang du lieben magst; Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da du an Gräbern stehst und klagst.
Wer je dir seine Brust erschließt, O, thu ihm, was du kannst, zulieb, Und mach' ihm jede Stunde froh, Und mach' ihm keine Stunde trüb!
Ehre der Arbeit Ehre der Arbeit Wer den wucht'gen Hammer schwingt; Wer im Felde mäht die Ähren; Wer ins Mark der Erde dringt, Weib und Kinder zu ernähren; Wer stroman den Nachen zieht; Wer bei Woll' und Werg und Flachse Hinterm Webestuhl sich müht, Daß sein blonder Junge wachse: – Jedem Ehre, jedem Preis! Ehre jeder Hand voll Schwielen! Ehre jedem Tropfen Schweiß, Der in Hütten fällt und Mühlen! Ehre jeder nassen Stirn Hinterm Pfluge! – Doch auch dessen, Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen!
Jedem Ehre, jedem Preis! Ehre jeder Hand voll Schwielen! Ehre jedem Tropfen Schweiß, Der in Hütten fällt und Mühlen! Ehre jeder nassen Stirn Hinterm Pfluge! Doch auch dessen, Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen!
Kein Zug des Schicksals setzt mich matt: – Matt werden kann ja nur der König!
Pulver ist schwarz, Blut ist rot, Golden flackert die Flamme!