Fernöstliche Weisheit
Und wenn du nichts mehr dein eigen nennst von allen Gütern dieser Welt und völlig ungeschützt dastehst im Leben – dann liebe selbstlos! Das kannst du immer.
Weise ist, wer sich selber für unweise hält; und das tut derjenige, der stets Gottes Vollkommenheit vor sich hat.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
Drei Dinge sind es, die ein weiser Mann vor allem beachtet: selber zu tun, was er andern rät – niemals gegen die Gerechtigkeit zu handeln – in Geduld die Schwächen der andern ertragen.
Kommt einmal der Bote des Todes zu dir, um dich zu holen, dann bleibt keine Zeit zum Unterhandeln.
Das eine Ufer wird beständig unterspült, das andere stets angeschwemmt: Das ist des Flusses und des Lebens Lauf.
Hast du ein Schicksal, so begegnest du ihm auch, und sei es erst nach tausend Kilometern; hast du aber keines, so erblickst du es auch nicht mit bewaffnetem Auge.
Mit 50 Jahren nimmt die Kraft unwiderruflich ab – von Jahr zu Jahr; mit 60 – von Monat zu Monat, mit 70 – von Woche zu Woche; mit 80 – von Tag zu Tag, mit 90 – von Stunde zu Stunde.
Die Lieder der Vögel, das Summen der Insekten verkünden die Wahrheit wie ein Trompetenstoß. Gräser und Blumen weisen den Weg.