Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821–1881)

50 Sprüche Romantik

Man muss zuerst selbst leben lernen, ehe man andere beschuldigt!

Dostojewski, Aufzeichnungen aus einem Kellerloch, Erstdruck 1864. Zweiter Teil, VI. Übersetzt von Hermann Röhl 1923

Wir sind offenbar nur Übergangswesen und unser irdisches Dasein ist augenscheinlich nur der Vorgang oder die Fortsetzung des Daseins einer Puppe, die sich in einen Schmetterling verwandelt.

Dostojewski, Sinn der Läuterung, zusammengestellt von J. Schirmer, Berlin 1938

Das Leben ist ein Paradies, und alle sind wir im Paradiese, wir wollen es nur nicht wahrhaben; wenn wir es aber wahrhaben wollten, so würden wir morgen im Paradiese sein.

Dostojewski, Die Brüder Karamasow, 1878-80

Es ist sündhaft, in Apathie zu verfallen. Verstärkte Arbeit - con amore - das ist das wirkliche Glück.

Internet

Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unseren Herzen eingeschlossen.

Dostojewski, Das Dorf Stepantschikowo und seine Bewohner, 1859

Fremdes Leid macht nicht gescheit.

Internet

Große Gedanken entspringen weniger einem großen Verstand als einem großen Gefühl.

Dostojewski, Der ewige Gatte (Вечный муж, Večnyj muž), 1870

Es lebe der große Gedanke, der ewige, unvergeßliche Gedanke. Jeder Mensch, wer er auch sei, muß sich davor beugen, daß der große Gedanke existiert.

Dostojewski, Sinn der Läuterung, zusammengestellt von J. Schirmer, Berlin 1938

Meiner Ansicht nach ist der Katholizismus nicht einmal ein Glaube, sondern einfach die Fortsetzung des weströmischen Kaisertums.

Dostojewski, Der Idiot, 1868-69

Mein Leben geht zu Ende; doch ich spüre auch, wie mein irdisches Leben übergeht in ein neues, unendliches, unbekanntes, zukünftiges Leben, dessen Vorgefühl meine Seele vor Entzücken erzittern läßt, meinen Geist erleuchtet, mein Herz vor Freude weinen macht.

Internet

Hast du verstanden? Halte mich nicht zurück! Meine Zeit ist gekommen, ich muss sterben!

Internet

Der Mensch hat bisher nichts anderes getan, als sich einen Gott auszudenken, um leben zu können, ohne sich selbst umzubringen.

Dostojewski, Die Dämonen, alternativer dt. Buchtitel: Böse Geister (Бесы, Besy), 1872

Ein Wunder ist es, daß ein solcher Gedanke – der Gedanke der Notwendigkeit eines Gottes – einem so wilden und bösen Tier wie der Mensch in den Kopf kommen konnte: So heilig, so rührend, so weise und so ehrenvoll für den Menschen ist dieser Gedanke.

Dostojewski, Die Brüder Karamasow, 1878-80

Gott ist für mich schon deshalb unentbehrlich, weil er das einzige Wesen ist, das man ewig lieben kann.

Dostojewski, Der Jüngling (auch: Ein grüner Junge), 1876

Was wäre ich denn ohne Gott?

Dostojewski, Schuld und Sühne, alternativer dt. Buchtitel: Verbrechen und Strafe (Преступление и наказание, Prestuplenie i nakazanie), 1866

Nie habe ich mir die Menschen vorstellen können ohne Ihn.

Internet

Wie die Mutter sich freut, wenn sie das erste Lächeln ihres Kindes bemerkt, so freut sich Gott jedesmal, wenn er vom Himmel sieht, daß ein Sünder sich vor ihm aus vollem Herzen zum Gebet beugt.

Internet

Die wirkliche Wahrheit ist stets unwahrscheinlich und ganz rein nicht darstellbar. Um die Wahrheit wahrscheinlich zu machen, einigermaßen faßlich, muß man unbedingt immer ein klein wenig Lüge beimischen und das ist denn auch bis heute immer noch geschehen.

Dostojewski, Sinn der Läuterung, zusammengestellt von J. Schirmer, Berlin 1938

Nun also, sehen Sie, einen solchen Menschen des unmittelbaren Handelns halte ich für den wahren Normalmenschen, wie ihn die zärtliche Mutter Natur selbst haben wollte, als sie ihn liebevoll auf der Erde erzeugte.

Dostojewski, Aufzeichnungen aus einem Kellerloch, Erstdruck 1864. III. Übersetzt von Hermann Röhl 1923

Warum wird heutzutage, wenn man eine Wahrheit aussprechen will, es immer häufiger als Notwendigkeit empfunden, das auf humoristische, satirische oder ironische Weise zu tun, somit die Wahrheit zu versüßen, als wäre sie eine bittere Pille.

Internet

Gott ist nicht bei der Macht, Er ist allein bei der Wahrheit.

Internet