Francis Bacon (1561–1626)

42 Sprüche Renaissance

Wer Weib und Kinder besitzt, hat dem Schicksal Geiseln gegeben.

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Strenge gebiert Furcht, aber Barschheit gebiert Hass.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über die hohe Stellung

Die Engherzigkeit der Eltern in Geldbewilligungen an ihre Kinder ist ein verhängnisvoller Irrtum: er macht sie schlecht, lehrt sie Ränke, führt sie böser Gesellschaft zu und macht sie zu umso größeren Schlemmern, wenn sie zu Überfluß gelangen.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über Eltern und Kinder

Engherziges Knausern der Eltern gegenüber den Kindern ist ein folgenschwerer Irrtum. [...] Die beste Regel ist die, die Autorität gegenüber den Kindern festzuhalten, nicht aber die Börse.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über Eltern und Kinder

Eine Ehefrau ist des jungen Mannes Geliebte, seine Kameradin in der Mitte seines Lebens und seine Krankenpflegerin im Alter.

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Und zur Vergrößerung meines Kummers muß meine Frau mein elendes Leben teilen, während sie meine Fehler nicht geteilt hat.

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Es ist betrübt, man könnte drüber weinen, Ein Merkmal unsrer Schwäch' und Sündlichkeit, Daß Lieb' und Ehe selten sich vereinen, Da ein Gestirn doch beiden Dasein leiht. Wie saurer Essig wird aus süßen Weinen, So Eh' aus Liebe, und es schärft die Zeit Den duft'gen Trank voll himmlischer Gerüche Zu einem niedrigen Gewürz der Küche.

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Der junge Weinstock gibt mehr Trauben, der alte aber gibt besseren Wein.

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Nichts gewinnt so sehr durch das Alter wie Brennholz, Wein, Freundschaften und Bücher.

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Die Naturen, denen viel Feuer, eine starke und heftige Begierde oder Ungeduld eigen ist, sind nicht eher zum Handeln reif, als bis sie den Meridian ihrer Jahre überschritten haben [...]. Auf der andern Seite sind Feuer und Lebhaftigkeit im Alter eine treffliche Verbindung für Geschäfte.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Von der Jugend und dem Alter (Of Youth and Age), übersetzt von J. Fürstenhagen 1884

Wer Gott leugnet, zerstört den Adel der Menschheit, denn, wahrlich, der Mensch ist durch seinen Leib mit den Tieren verwandt, wenn er nicht durch seinen Geist mit Gott verwandt wäre, wäre er nur ein niederes und unedles Geschöpf.

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Die Wahrheit ist die Tochter der Zeit, nicht der Autorität.

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Was ist Wahrheit, fragte Pilatus, – aber er wartete die Antwort nicht ab.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert)

Das Suchen nach Wahrheit, das man mit dem Freien und Werben um sie vergleichen könnte; das Erkennen der Wahrheit, …, der Glaube an die Wahrheit, …, sind die vornehmsten Tugenden des menschlichen Geistes.

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Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.

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Vor allem am nötigsten ist zur Macht und Größe eines Volkes, daß dasselbe in der Kriegskunst einen Hauptpunkt seiner Ehre, seines Studiums und seiner Beschäftigung erblicke. Ein auswärtiger Krieg trägt dazu bei, den Körper eines Volkes in Gesundheit zu halten; denn in einem trägen Frieden werden sowohl der Mut geschwächt als auch die Sitten verdorben.

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Glücklich sind diejenigen Menschen, deren Berufe mit ihrem Charakter harmonieren.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert)

Den Charakter eines Menschen erkennt man am besten in der Vertraulichkeit, denn da herrscht kein Zwang; in er Leidenschaft, denn sie läßt ihn eine Grundsätze vergessen; und in einem neuen Falle oder Versuche, da da läßt ihn die Gewohnheit im Stich.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über die natürliche Veranlagung des Menschen

Der Charakter des Menschen wächst sich entweder zur Nutzpflanze oder zum Unkraut aus, deswegen muß man hier rechtzeitig gießen, dort ausrotten.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über die natürliche Veranlagung des Menschen

Der Charakter eines Menschen wird am besten erkannt in der Vertraulichkeit, denn da herrscht kein Zwang; oder in der Leidenschaft, denn diese überrennt eines Mannes Grundsätze, oder endlich in einer neuen, unerprobten Lage, denn da läßt ihn die Gewohnheit im Stich.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert)

Der Charakter wird oft versteckt, manchmal besiegt, selten gewandelt.

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