Wir wollen uns immer die Hände halten Wir wollen uns immer die Hände halten Damit unsre Seelen nicht in den kalten, Notvollen Nächten einsam erfrieren. Wir wollen uns immer tiefer finden, Damit wir uns nicht wie die armen Blinden Im schwarzen Walde traurig verirren. Wir wollen uns immer die Hände halten, Damit wir uns nicht zu tief in die Falten Des unendlichen Lebens verlieren.
Laß dich wieder, und immer wieder mit meinen Worten umarmen. Laß sie um dich legen, wie du um mich hüllst den Mantel, wenn wir an üehlen Herbstabenden über die Felder gehn, wo sich die Nebel silbern schon senken, und der Wind die Gräser bewegt. Ziellos irrte ich auf der großen Erde, bedrängt und verführt von Dunklem und schillernden Sünden. Da gingst du auf meines Schicksals Sonne. Dein Licht milderte alles Harte und Schwere, verinnigte jede Lebensstunde, alle Wesen und Dinge, Schmerzen und Seligkeit. Denn du einst die Zartheit der Freundin mit des Jünglings beschützender Kraft. Lächelnde Blume bist du und weisende Fackel. – Und dein Mund sagt, daß auch ich Schwache dir schön bin.
Die singende Muschel Als Kind sang eine Muschel mir das Meer. Ich konnte träumelang an ihrem kühlen Munde lauschen. Und meine Sehnsucht wuchs und blühte schwer, und stellte Wünsche und Gestalten in das ferne Rauschen.
Seele der Liebenden Einmal schon liebte ich dich Und das Meer, das Meer. Doch lichter waren damals Die Seelen, ungetrübt Von dunklen Taten. Es sangen unsere Liebe Strahlend die Sterne, Und das Meer, das Meer. Wieviel hundert Jahre Sind seitdem vergangen, Wieviel Leiden und Tode Und Sterne. Wo blieben Die Seelen so lange? Wir halten uns schweigend Die schauernden Hände. Wir blicken uns tief In die fragenden Augen. Noch singen die Sterne Und das Meer, das Meer. Aber unfaßbar ewig Ist die Vergangenheit Der menschlichen Seele.
An die Liebe Alle suchen sie dich und überall lockst du. Aus tausend Verhüllungen schimmert dein unenträtselt Gesicht. Aber wenigen nur gewährst du Erfüllung, selige Tage, reines Glück. Zärtlich wehn dich die Blumen, die scheuen Gräser, der Schmetterlinge heiterer Flug, wilder der Wind und das ewig sich wandelnde Meer. Wunderbar strahlst du aus den Augen des Menschen, der ein Geliebtes in seinen Armen hält, vom tönenden Sternenhimmel überwölbt. In die zitternde Seele schweben Schauer von Leben und Tod.