François de La Rochefoucauld (1613–1680)

124 Sprüche Aufklärung

Mit der wahren Liebe ist es wie mit den Gespenstererscheinungen: alle reden davon, aber keiner hat sie je gesehen.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678. 76. Maxime

Es ist leichter, Liebe zu finden, wenn man sie nicht hat, als sich von ihr zu lösen, wenn man sie hat.

Rochefoucauld, Réflexions diverses, 1731 (posthum)

Wenn man keinen zweiten nimmt, behält man lange den ersten Liebhaber.

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Ein Liebender sieht die Fehler der Geliebten erst, wenn das Verrücktsein vorüber ist.

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Wer von der Liebe zuerst geheilt wird, ist immer besser geheilt.

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Die Liebe zur Gerechtigkeit ist bei den meisten Menschen nur Furcht, Ungerechtigkeit zu erleiden.

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Es ist schwer zu sagen, was Liebe ist. Nur dies weiß ich von ihr: In der Seele ist sie: Leidenschaft zu herrschen; im Geiste: Sympathie; im Körper: ein versteckter Wunsch, nach manchen Heimlichkeiten in den Besitz des geliebten Gegenstandes zu gelangen.

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Es gibt wenige Menschen, die sich nicht schämten, einander geliebt zu haben, wenn sie sich nicht mehr lieben.

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Das größte Wunder der Liebe ist, wenn sie die Koketterie heilt.

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Es gibt mehrere Mittel, die Liebe zu heilen, aber kein einziges, das unfehlbar wäre.

Rochefoucauld, De la Rochefoucault's Sätze aus der höhern Welt- und Menschenkunde, deutsch hg. von Friedrich Schulz, neue verbesserte Ausgabe 1798 (EA: 1793)

Es erfordert größere Tugenden, das gute Geschick zu ertragen als das böse.

Rochefoucauld, Betrachtungen oder Moralische Sentenzen und Maximen

Obwohl die Liebe singular ist, wohnt sie doch in zwei Herzen.

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Es ist fast immer der Fehler des Liebenden, es nicht zu bemerken, wenn man aufhört, ihn zu lieben.

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Liebende langweilen sich nur deshalb nicht, wenn sie beisammen sind, weil sie beständig von sich selbst reden.

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In der Liebe ist der zuerst Geheilte immer der besser Geheilte.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678

Beurteilt man die Liebe nach den meisten ihrer Wirkungen, so hat sie mehr vom Haß an sich als von der Freundschaft.

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Wenn man liebt zweifelt man oft an dem, wovon man am festesten überzeugt ist.

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Es ist schwer, die zu lieben, die wir nicht achten, aber nicht weniger schwer, jene zu lieben, die wir mehr achten als uns selbst.

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Das Vergnügen bei der Liebe liegt im Lieben, und das Glück in der Leidenschaft, die man empfindet, und nicht in der, die man erregt.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678

Die Liebe ist der sanfteste und beste Lehrer der Moral. Sie mäßigt alle Leidenschaften, diejenigen ausgenommen, die sie einflößt, sie verbessert Laster und auffallende Gewohnheiten, schmilzt das Herz um und bildet das Äußere.

Rochefoucauld, De la Rochefoucault's Sätze aus der höhern Welt- und Menschenkunde, deutsch hg. von Friedrich Schulz, neue verbesserte Ausgabe 1798 (EA: 1793)

Daß Liebhaber und Geliebte nie Langeweile haben, wenn sie beieinander sind, kommt daher, daß sie beständig von sich selbst sprechen.

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