Franz von Gaudy (1800–1840)

2 Sprüche Klassik

Hoffnung Hoffnung schlummert tief im Herzen Wie im Lilienkelch der Tau Hoffnung taucht, wie aus den Wolken Nach dem Sturm des Himmelsblau; Hoffnung keimt, ein schwaches Hälmchen, Auch aus nackter Felsenwand; Hoffnung leuchtet unter Thränen, Wie im Wasser der Demant Schon so tausendfach betrogen, Armes, schwaches Menschenherz, Immer wendest du dich wieder Gläubig trauernd himmelwärts. Wie Arachne unverdrossen, Täglich neue Netze spannt, Kreuze auch durch ihre Fäden, Täglich rauh des Schicksals Hand.

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Die Hoffnung spricht dem matten Kranken Das süße Wort »Genesung« zu. Sie zeigt, wenn seine Kräfte wanken, Dem Wanderer das Ziel der Ruh. Der Redlichste, der unverschuldet Verkannt ist, wird von ihr erfreut; Der Arme, der im Stillen duldet, Harrt, stark durch sie, der bessern Zeit.

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