Die Freundschaft und die Liebe sind zwei Pflanzen an einer Wurzel. Die Letztere hat nur einige Blüten mehr.
Das Rosenband Im Frühlingsschatten fand ich sie; da band ich sie mit Rosenbändern. Sie fühlt' es nicht und schlummerte. Ich sah sie an; mein Leben hing mit diesem Blick an ihrem Leben; ich fühlt' es wohl und wußt' es nicht. Doch lispelt' ich ihr sprachlos zu und rauschte mit den Rosenbändern: da wachte sie vom Schlummer auf. Sie sah mich an, ihr Leben hing mit diesem Blick an meinem Leben, und um uns ward's Elysium.
Hilf, daß keiner meiner Tage meinem Richter einmal sage, er sei ganz von mir entweiht.
Leute, die sich in ihren Begriffen von der Freundschaft nicht höher schwingen können, als daß sie alle guten Bekannten für Freunde halten, denken, daß nichts gewöhnlicher in der Welt als die Freundschaft sei. Wie betrügen sie sich!
Aber mit wem soll ich reden? Mit Freunden? Mit diesen redte ich freilich am liebsten. Ich dürfte ihnen nur ein halbes Wort sagen, so verstünden sie mich.
Am meisten ist und wahrsten der mein Freund, der warm, nicht heiß, das Gute, das ich habe, und streng nicht, doch genau den Fehl auch sieht.
Aus einemguten Bekanntenwird zwar bisweilen einFreund;aber wenn es bei der guten Bekanntschaft bleibt, so unterhalten wir sie bloß deswegen, weil unser guter Bekannte doch einige nützliche und angenehme Eigenschaften hat.
Die Römer sind es euch, die Griechen laßt ihr liegen? Ihr nehmt das Ei und laßt die Henne fliegen!
So fliegt ein großer Gedanke Feurig gen Himmel zu Dem empor, von dem er gedacht ward.
Wie dem Mädchen, das dem Bade entsteigt, das Gewand anliegt, so sollt' es die Sprache den Gedanken.
Religion ist das letzte Ziel, wohin alle unsere Gedanken und Handlungen gehen müssen.
In dem, was dem Menschen am teuersten ist, in seiner Verbindung mit Gott, darin erkühnst du dich, mir meine Freiheit zu nehmen?
Das Wiedersehen Der Weltraum fernt mich weit von dir, So fernt mich nicht die Zeit. Wer überlebt das Siebzigste Schon hat, ist nah bei dir. Lang sah ich, Meta, schon dein Grab, Und seine Linde wehn; Die Linde wehet einst auch mir, Streut ihre Blum' auch mir, Nicht mir! Das ist mein Schatten nur, Worauf die Blüte sinkt; So wie es nur dein Schatten war, Worauf sie oft schon sank. Dann kenn' ich auch die höhre Welt, In der du lange warst; Dann sehn wir froh die Linde wehn, Die unsre Gräber kühlt. Dann... Aber, ach, ich weiß ja nicht, Was du schon lange weißt; Nur daß es, hell von Ahndungen, Mir um die Seele schwebt! Mit wonnevollen Hoffnungen Die Abendröte kommt: Mit frohem, tiefen Vorgefühl Die Sonnen auferstehn!
Mit tiefer Ehrfurcht schau' ich die Schöpfung an, denn du, Namenloser, du schufest sie!
Auch Gott spricht. Von der Sprache des Ewigen erblickt das Auge mehr, Wie das Ohr von ihr hört.
Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung.