Glück, was ist Glück? Wer weiß es mir zu nennen? Was jeder sucht und was so wen'ge kennen, Wonach wir alle jagen stets und rennen, Wofür selbst Greise glühen noch und brennen – Glück, was ist Glück? Wer weiß es mir zu nennen?
Es gibt kein wahres Glück, Als mit der Menschlichkeit sich froh bescheiden, Als nicht beneidet sein und nicht beneiden.
Und glaube mir, der schmerzlich es erfahren, Fernab vom Pfad des Dichters wohnt das Glück! … Laß mich’s verdienen, und ich will’s entbehren!
Mein Herz ich will dich fragen: Was ist denn Liebe, sag? "Zwei Seelen und ein Gedanke, zwei Herzen und ein Schlag!" Und sprich, woher kommt Liebe? "Sie kommt und sie ist da!" Und sprich, wie schwindet Liebe? "Die war's nicht, der's geschah! Und was ist reine Liebe? "Die ihrer selbst vergißt!" Und wann ist Lieb am tiefsten? "Wenn sie am stillsten ist!" Und wann ist Lieb am reichsten? "Das ist sie, wenn sie gibt!" Und sprich, wie redet Liebe? "Sie redet nicht, sie liebt!"
Und wann ist die Lieb' am reinsten? Die ihrer selbst vergißt. Und wann ist die Lieb' am tiefsten? Wenn sie am stillsten ist.
Bei dir sind meine Gedanken Und flattern um dich her; Sie sagen, sie hätten Heimweh, Hier litt es sie nicht mehr! Bei dir sind meine Gedanken Und wollen von dir nicht fort; Sie sagen, das wär' auf Erden, Der allerschönste Ort! Sie sagen, unlösbar hielte Dein Zauber sie festgebannt; Sie hätten an deinen Blicken Die Flügel sich verbrannt.
Liebe hört auf keine Lehre, Weiß im Leben nicht ein noch aus; Wenns nicht eben die Liebe wäre, Sie sperrten sie ins Irrenhaus.
Und als die Götter, müde dieser Welt, Sich flüchteten hinauf in's Sternenzelt, Mitnehmend, was auf Erden sie besessen, Da hätten sie die Liebe hier vergessen.
Es lieben Frauen oft nur, um zu leben, Weil er geliebt wird nur, liebt oft der Mann; Sie folgen der Natur allmächt'gen Trieben, Bei uns fängt alles von der Selbstsucht an!
Zwei Seelen und ein Gedanke, zwei Herzen und ein Schlag!
In der Liebe giebt's nicht Maß, noch Grenzen, Kein Mehr und Weniger; Lieb' ist untheilbar, Und fehlt ein Gran an ihrem Vollgewicht, Ein Sonnenstäubchen, so ist's Liebe nicht!
O, meßt nicht Liebe nach so engem Maß, Was wäre Liebe denn, wenn sie nicht gäbe Mehr, als sie selbst empfing, wenn sie nicht trüge Mehr, als sie auferlegt, wenn sie nicht stünde, Ein starker Fels, im Kampf empörter Winde, Wenn sie nicht treu und fest im Unglück bliebe, Der Hoffnung letzter Rest – was wäre Liebe?
Vertrau dich, Herz, der Liebe! Was immer dich bewegt, Mitteilend auf die Schultern Der Liebe sei's gelegt.
Voll Dornen ist des Lebens Pfad, Wer könnt' es anders sagen, Nur läßt zum Glück sie Gottes Rat Mitunter Rosen tragen!
Der Lebenslauf der Menschen gleicht meist mittelmäßigen Gedichten: Genügt dir auch die Form vielleicht, auf Poesie mußt du verzichten.
Im Grund, das Werk, das Einer treibt, Ist nichts, der Sinn nur gilt, in dem wir's treiben.