Friedrich Haug (1761–1829)

16 Sprüche Klassik

Gnome Ja, Genügsamkeit allein Schafft der Seele wahren Frieden. Willst du glücklich sein hienieden, Wünsche minder, es zu sein.

Haug, Epigrammatische Spiele, 1807

Das Glück hat, wie das Fieber, seine Zeit, Doch nie des Fiebers Regelmäßigkeit.

Morgenblatt für gebildete Stände (Titel ab 1837: Morgenblatt für gebildete Leser), 1807-1865. 3.2.1816. Gnomen

Amors Klage Sonst, wenn mir vom Bogen goldene Pfeile flogen, ach, wie heiß und wahr liebte sich ein Paar! Noch sind alle Herzen rasch zu Minnesscherzen, aber laulich kalt, treulos, o wie bald! Mich ergreift Entsetzen. Menschen! Euch ergetzen unstet von Natur meine Flügel nur.

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Hochweise Männer gebieten, Um sich vor der Liebe zu hüten. "Die Mädchen und Frau'n Nicht anzuschau'n. Allein noch weisere riethen, Um sich vor der Liebe zu hüten, "Die Mädchen und Frau'n Recht anzuschau'n.

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Wer nicht liebt, hat keine Seele, Doch wer liebt, hat ihrer zwei.

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O Männer! Forscht! Erforscht der Mädchenherzen Triebe! Oft lieben sie nicht uns – nur unsre Liebe.

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Ach, unser Dasein rühmst du vergebens: Wir leben nicht, wir harren des Lebens.

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Länger leben – was es heißt? – Je nun! Länger Böses seh'n, erfahren, thun.

Haug, Sinngedichte, 1791

Des dummen Wanderns ist's auf Erden schon genug. Bewahre mich, mein Gott, mit Seelenwanderung.

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Ewig zerstört und vernichtet die Zeit! O göttliche Freundschaft, deine Bande nur knüpft fester und inniger sie.

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Weisheit Wißt ihr, wer größer noch ist, als die Staatenbeherrscher? – der Weise. Stirbt ein König, so ist schon der Erbthronfolger im Anzug; Stirbt ein Weiser, so ist schwer Seinesgleichen zu finden.

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Dank, der Gaben nicht vergüten kann, weist die Schulden auf die Gottheit an.

Haug, Sinngedichte, 1791

Wünscht bis zum Hochzeitsglücke den Freiern Argusblicke; doch in der Ehe taugen am besten Maulwurfsaugen.

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Glücklicher Bund, wo der Gatte das Haupt, die Gattin das Herz ist.

Haug, Sinngedichte, 1791

Harpagons Alter Wie alt ich bin, spricht Harpagon, gern gäb' ich Kunde. Mein Gold und Silber pfleg' ich nachzuzählen, Doch meine Jahre nicht, die kann mir niemand stehlen.

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Sonder Falsch, wie die Tauben! und ihr beleidigt keinen: Aber klug, wie die Schlangen! und euch beleidigt keiner.

Haug, Sinngedichte, 1791