Im Leben sollten alle Fäden durcheinanderlaufen, damit es ein Gewebe gibt; niemand ist berufen, sich für sich selbst abzuhaspeln, und wer den Goldfaden hat, der wird von selbst glänzen.
Unser Hauptfehler ist, daß wir unser bißchen Bewußtsein über den Moment zu einem Bewußtsein über alle Zukunft ausdehnen möchten. Keine schönere Naturen, als diejenigen, die sich ohne Dumpfheit und Frechheit in gläubigem Vertrauen ans Leben hingeben.
Das Sein ist eine aus lauter Knoten bestehende Linie.
Das ganze Leben ist ein verdaulicher Widerspruch.
Der Mensch muß sich durchs Leben drängen, wie die sich entwickelnde Blume durch den Kot.
Das Leben ist eine Plünderung des inneren Menschen.
Es läßt sich im Leben doch nichts, gar nichts, nachholen, keine Arbeit, keine Freude, ja, sogar das Leid kann zu spät kommen.
Für jeden Menschen kommt der Augenblick, in dem der Lenker seines Sterns ihm selbst die Zügel übergibt. Nur das ist schlimm, daß er den Augenblick nicht kennt, daß jeder es sein kann, der vorüberrollt.
Das Steigen hat seine Grenze, aber nicht das Fallen.
Das Leben ist ein Traum, der sich selbst bezweifelt.
Wer leben will, muß das Fieber riskieren.
Das Leben ist eine in siebenfaches Goldpapier eingewickelte Bittermandel.
Nur nicht lange leben und nicht lange sterben, das übrige ist gleich! Das Leben ist ein Verbrennungsprozeß: ein trübes Dasein ist wie ein Scheiterhaufen, der angezündet wird, während es regnet!
Wie kann ein Gut des Lebens so viel sein, als das Leben selbst, welches alle Güter einschließt?
Das Leben der meisten ist ein Fliehen aus sich selbst heraus.
Alles Leben ist Kampf des Individuellen mit dem Universum.
Ja, geschminkte Asche das Leben und stäubende Asche der Tod, und ein Wirbelwind hinterdrein, der die Asche in jeglicher Gestalt durchs Leere treibt.
Man nennt das irdische Leben die Vorschule des Himmels. Es ist merkwürdig, daß sie so gute Teufel zieht.