Friedrich II., der Große (1712–1786)

64 Sprüche Aufklärung

Es ärgert mich, wenn ich sehe, welche Mühe man sich gibt, um unter diesem rauhen Himmel Ananas, Pisang und andere exotische Pflanzen zu ziehen und wie geringe Sorgfalt man auf das menschliche Geschlecht verwendet.

Meyer (Hg.), Friedrich's des Großen pädagogische Schriften und Äußerungen, 1885

Und wie das Wachs den Eindruck des Siegelrings annimmt, so wird das Leben der Sterblichen durch Beispiele gebildet.

Menzel, Die Geschichten der Deutschen, 8 Bde., 1815-23. 4. Band. Von Kaiser Heinrich IV. bis zum Tode Richards

Man braucht weder Luther noch Calvin, um Gott zu lieben.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Beausobre, am 30. Januar 1737

Einer, der für unreligiös gilt, ist allgemein verschrieen, wäre er auch der rechtschaffenste Mensch der Welt.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Voltaire, am 6. Juli 1737

Es ist sehr verwegen, Dinge beweisen zu wollen, die man nicht kennt, und noch unendlich verwegener, der göttlichen Allmacht Grenzen setzen zu wollen.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Voltaire, am 19. April 1738

Den Ägyptern würde es nicht erlaubt gewesen sein, ihren Gott Apis zu verzehren, nur die Christen behandeln den Beherrscher des Universums so.

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Ein vernünftiger Mensch soll mit nichts Mißbrauch treiben, selbst nicht mit der Wahrheit.

Friedrich II., Prüfung des Versuchs über die Vorurtheile (Examen de l’ Essai sur les préjugés), 1770

Ruhe der Seele ist das einzige Glück, das wir während unserer Pilgerschaft genießen können, an welches kein Ruhm heranreicht.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Voltaire, am 3. November 1766

Es gibt Vorsichtskriege, die Fürsten aus weisen Gründen unternehmen; sie sind in Wahrheit offensiv, doch sind sie nicht weniger gerecht.

Friedrich II., Der Anti-Machiavel oder Widerlegung des Fürsten von Machiavelli (L'Antimachiavel ou Réfutation du Prince de Machiavel), 1740

Der Krieg ist eine Geißel; er ist ein notwendiges Übel, weil die Menschen verderbt und böse sind, weil die Annalen der Welt bezeugen, daß man ihn zu allen Zeiten geführt hat, und vielleicht, weil der Schöpfer der Natur gewollt hat, daß es unaufhörlich Umwälzungen gibt, um die Menschen zu überzeugen, daß es diesem sublinarischen Reich nicht Beständiges gibt.

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Ihr Hunde, wollt ihr ewig leben?

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Der Krieg ist eine Landplage, die alle anderen aufwiegt, zu der sich noch alle möglichen Verbrechen gesellen.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). An Voltaire, 9. Oktober 1773

Alle Nationen sind tapferer, sobald sie für ihren Herd kämpfen, als wenn sie ihre Nachbarn angreifen; sollte dies nicht einen natürlichen Grund im Menschen haben, daß es recht ist, sich zu verteidigen, und nicht seinen Nachbarn angreifen?

Friedrich II., Geschichte meiner Zeit, 1775

Wenn Fürsten Krieg wollen, so beginnen sie ihn und lassen dann einen arbeitsamen Rechtsgelehrten kommen, der beweist, daß es also Recht sei.

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Wie kommen wir Menschen dazu, große Pläne auszubrüten, die so viel Blut kosten? Wir wollen leben und leben lassen!

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Festigkeit besteht im Widerstand gegen das Unglück.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An seine Schwester Wilhelmine

Ich weiß nicht, ob ich mich irre, aber es scheint mir, als habe der Mensch einen Keim von Wildheit in seinem Herzen, der sich oft wieder zeigt, wenn man ihn schon zerstört zu haben glaubt.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Voltaire, am 9. Juli 1777

Es bleibt der Ochs, der feste steht, Und nicht der Krebs, der rückwärts geht.

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Die Standhaftigkeit besteht darin, daß man sich dem Unglück entgegenstellt!

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Wer sich am meisten verweichlicht, leidet am meisten.

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Man befindet sich nur wohl, wenn man das vorstellt, was man ist; man muß in Wahrheit den Charakter haben, den man vor der Welt haben möchte; sonst ist der, welcher die Welt zu täuschen wähnt, selber der Getäuschte.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). Widerlegung des Fürsten von Machiavel, Kapitel 18, 1740