Das Schicksal ist ganz einem Buchhändler gleich, Papier sind die Menschen – sein s' arm oder reich; Sie sind leere Blätter bei ihrem Entstehn, 's ist anfangs die Farb' nur der Unschuld zu sehn; Die erste Erziehung ist das Manuskript, Die schon dem Papiere Bedeutsamkeit gibt, Dann kommt es zum Buchhändler Schicksal ins Haus, Sein Druck macht erst fertige Bücher daraus. Die geistreichsten Menschen gehn oft so herum, Kein Mensch auf der Welt aber kümmert sich drum, So gibt es auch Schriften, die sehr geistreich sind, Wozu grad' deshalb kein Verleger sich find't; Das dümmste Zeug prachtvoll oft aufgelegt wird; Im Franzband, mit Goldschnitt dazu noch verziert, So auch mancher Mensch, des Verstandes ganz bar, Steigt herum illustriert als ein Prachtexemplar.
Die Jahre des Menschen gleichen der Seitenzahl von Büchern; bei guten Menschen und guten Büchern ist es einem leid, wenn es an die letzte Jahres- oder Seitenzahl geht; bei schlechten Menschen und Büchern dankt man seinem lieben Himmel, wenn sie gar sind.