Reines Glück empfinden wir immer dann, wenn wir uns vom Persönlichen, vor dem Interesse an unseren persönlichen Angelegenheiten [...] loslösen und im freien Gedanken, im freien Anschauen, im freien Traum schweben – in einem "Anderen", als wir selbst sind, aufgehen.
Leid verbindet, oft zum Glück. Glück löst auf, oft zum Leid.
Vielleicht ist das, was wir Irdischen im Liebesgefühl unter Entfernung verstehen, gerade die stärkste Form der Liebe, nur können wir sie nicht zur Anwendung bringen. Wir ahnen diese Form nur, indem wir in der Entfernung die Liebe wachsen fühlen.
Leben heißt: das Wesentliche vor dem Unwesentlichen herausfühlen und tun.
Das Leben des Menschen ist eine ununterbrochene Pendelbewegung zwischen Selbstüberhebung und Selbstunterschätzung.
Leben heißt: die Bestimmung einer jeden Stunde fühlen und danach handeln.
Schaffe Klarheit um dich her. Verstecktes zieh ans Licht. Aber ehre das Verhüllte.
Das Leben Leben, bitter und süß: Lieben ein Teilchen, Hassen ein Weilchen − doch, sei gegrüßt!
Der Genießer in Arbeit ist eine gefährliche Spezies unter den Arbeitenden. Sein Leben ist nicht reinlich geordnet in Genießen und Schaffen, es ist ein Durcheinanderfließen von einem ins andere.
Je mehr Unwetter und Stürme Bäume wie Menschen überstanden haben, desto inniger und dankbarer kann jeder neue Sonnenstrahl empfangen und erlebt werden.
Das Geheimnis der Gedankenzucht ist ebenso kostbar wie schwer zu erlernen.
Gedanken sind wie wilde Pferde, ebenso schön und stark wie verderblich, wenn man sie nicht zu halten, zu lenken und ihre Gangart zu bestimmen weiß.
Je schwächer unsere Nerven werden mit den Jahren, desto mehr suchen sie sich den Genuß, das Reizmittel der Lebensübergänge zu schaffen.
Eines Tages stehen wir mit weißen Haaren und kurz gebliebenem Hemdchen auf unserem Grabe und versuchen vergebens, es länger zu ziehen.
In unermesslichen Höhen, zu denen der Aufstieg nur durch die tiefsten Tiefen unseres Innersten führt, wohnt Gott.
Wir zielen nach der Wahrheit, aber treffen können wir sie erst in einer klareren Sphäre.
"Sich sammeln." Woher stammt das Wort? Es gibt das Bild der zusammengesetzten Wesenheit der Seele.
Raum ist Körper für Unendlichkeit, Zeit ist Körper für Ewigkeit, beide unzulänglich wie alle Körper im Verhältnis zu ihrer Seele.
Schlimm genug, dass heute die Menschen noch Kriege führen müssen. Wenn sie aber anfangen, den Krieg als solchen zu rechtfertigen und in Vertretung der Weltordnung als von höchsten Gesichtspunkten für die Gesundheit der Menschheit notwendig nachzuweisen, dann soll man sie auf den Mund schlagen.