Ist dir die Einsamkeit gute Gesellschaft, dann, Glücklicher, zähle zu den Glücklichsten dich; aber verschweige dein Glück.
Eine Göttin wurde das Glück, weil Menschen es wollten. Niemand spräche von ihr, traute nur Jeder sich selbst.
Glück und Glas, wie schimmern sie nicht, die zerbrechlichen, beide! Nütze sie beide. Nur, Freund, baue kein gläsernes Haus.
Geben und nehmen kann uns das Glück, was wir hoffen und lieben: Aber die Hoffnung beherrscht, so wie die Liebe, das Glück.
Mächtiger als die Wellen des Meeres sind Thränen der Liebe. Jene gehorchen dem Sturme; diese besänftigen ihn.
Liebe ohne Hoffnung Wer nicht dann noch lieben kann, Wenn die Hoffnungen verwehen, Schwingt sich zu den Himmelshöhen Wahrer Liebe nie hinan. Herzen, die das Glück besticht, Folgen nur verwöhntem Triebe, Lieben nur den Preis der Liebe, Lieben die Geliebte nicht. Liebe trägt sich selbst, und hält Ihren Fittich unter Blitzen, In sich fest und ohne Stützen, Wie des Himmels Sternenwelt.
Aber auch die klarste Anschauung bleibt ein Bild und wird nie ein Gedanke.
Du, der Gelesenste, den alle Leser preisen! Du, Lieber, der der Liebling ist Von unsern dreimal sieben Weisen, Bedenke, daß du sterblich bist!
Einmal stürbe man nur? Man stirbt, wie man lebt, nur in den Seinen. Tod des Feundes, nur dich nenn' ich den schrecklichen Tod.
Grüble nicht über dein Schicksal nach. Das Los ist geworfen. Nimm es denn, wie es fiel. Bild' es zum Bessern aus.
Glücklich, wer den Himmel offen In der Zukunft Dunkel sieht! Aber man verlernt das Hoffen, Wenn die Jugendwolke flieht.
Wahrheit redet der Mund nur, wenn ihn das Herz beschwört.
Keiner spricht, wie er denkt, und spräch' er die lauterste Wahrheit. Immer denkt er zu ihr etwas Verborgenes dazu.