Dem entflohenen Glücke muß man nicht nachsehen; es ist hinten mißgestaltet. Und wenn es das Gesicht wendete, würdest du eine Furie zu erblicken glauben.
Du sollst nicht geliebt sein wollen, wo du nicht liebst.
Laß dir keine Grenzen setzen in deiner Liebe, nicht Maß, nicht Art, nicht Dauer! Ist sie doch dein Eigentum: Wer kann sie fordern? Ist doch ihr Gesetz bloß in dir; wer hat dort zu gebieten?
Die Liebe ist das Seelewerdenwollen der Vernunft [...].
Die Liebe ist blind, das ist die gemeine Rede, deren Stempel nicht zu verkennen ist; aber ist sie nicht im Gegenteil allein sehend?
Ja, ungeschwächt will ich ihn [den Geist] in die späteren Jahre bringen, nimmer soll der frische Lebensmut mir vergehen; was mich jetzt erfreut, soll mich immer erfreuen; stark soll mir bleiben der Wille und lebendig die Phantasie, und nichts soll mir entreißen den Zauberschlüssel, der die geheimnisvollen Tore der höheren Welt mir öffnet, und nimmer soll mir verlöschen das Feuer der Liebe.
Was kann die Liebe mehr verherrlichen, als wenn man so alles was es großes gibt in der Welt mit hineinzieht in ihr Gebiet.
Liebe ist die Synthesis zwischen Fantasie und Vernunft.
Wie abgerissen und elend würde eine Existenz sein, wenn man nicht mit, durch und in bessern Menschen leben könnte.
Hülfloser Kampf des Bessern, der die Sittlichkeit und Bildung sucht, mit dieser Welt, die statt deren nur Recht und Gebot kennt, statt Lebens nur todte Formeln bietet, statt freien Handelns nur Regel und Gewohnheit liebt.
Der Mensch kennt nichts als sein Dasein in der Zeit, und dessen gleitenden Wandel hinab von der sonnigen Höhe in die furchtbare Nacht.
Nie kann man die Stelle eines Freundes ersetzen. Wer glücklich genug ist, deren mehrere zu haben, dem ist jeder einzelne etwas anderes; eine Doublette in der Freundschaft hat gewiss niemand.
Es ist ein Imperativ, daß die Menschen von allen Seiten angeregt werden müssen.
Lass dich gelüsten nach der Männer Bildung, Kunst, Weisheit und Ehre.
Die Weisheit ist diejenige Qualität, durch welche alles Handeln des Menschen einen idealen Gehalt bekommt.
Es schwebt schon jetzt der Geist über der zeitlichen Weite, und solches Schauen ist Ewigkeit, und unsterblicher Gesänge himmlischer Genuss.
Das bloß harrende Hoffen ist nur das Hoffen der Toren. Ich muß kämpfen, um zu hoffen, wie ich hoffen muß, um zu ertragen.
Versteht mich aber nur nicht wunderlich als meinte ich etwa [...] es könnte etwa einer Religion haben und fromm sein, dabei aber unsittlich. Unmöglich ist ja dieses. Aber eben so unmöglich, bedenkt es wohl, ist ja nach meiner Meinung, daß einer sittlich sein kann ohne Religion, oder wissenschaftlich ohne sie.
Religion ist Sinn und Geschmack fürs Unendliche.
Mitten in der Endlichkeit eins werden mit dem Unendlichen und ewig sein in jedem Augenblick, das ist die Unsterblichkeit der Religion.
Religion ist das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit.