Rasch im Flug die Freud' umarmen, leise nur den Mund ihr berühren, wie die Biene Nektarblumen berührt, o Freund! Versetzt uns unter die Götter!
Wo Liebe, Freundschaft, Weisheit und Natur In schöner Eintracht wohnen, ist der Himmel.
Adelaide Einsam wandelt dein Freund im Frühlingsgarten, Mild vom lieblichen Zauberlicht umflossen, Das durch wankende Blüthenzweige zittert, Adelaide! In der spiegelnden Fluth, im Schnee der Alpen, In des sinkenden Tages Goldgewölken, Im Gefilde der Sterne strahlt dein Bildnis, Adelaide! Abendlüftchen im zarten Laube flüstern, Silberglöckchen des Mays im Grase säuseln, Wellen rauschen und Nachtigallen flöten: Adelaide! Einst, o Wunder! entblüht, auf meinem Grabe, Eine Blume der Asche meines Herzens! Endlich schimmert auf jedem Purpurblättchen: Adelaide!
An die Liebe Wenn deine Göttermacht, o Liebe, Aus der Verbannung Nebeltal Zur Sternenwelt uns nicht erhübe, Wer trüge dann des Lebens Qual? Ins Reich der Unermeßlichkeiten, Bis wo die letzte Sphäre klingt, Folgst du dem Fluge des Geweihten, Wenn er dem Staube sich entschwingt! Und stürzt, umwogt von Feuerfluten, Der Erdball selbst ins Grab der Zeit, Entschwebst, ein Phönix, du den Gluten; Dein Nam ist Unvergänglichkeit.
Die Freude, sie schwindet, Es dauert kein Leid, Die Jahre verrauschen Im Strome der Zeit; Die Sonne wird sterben, Die Erde vergeh'n; Doch Liebe muß ewig Und immer besteh'n.
Süße Liebe! deine Rosenauen Grenzen an bedornte Wüsteneien [...].
Stimme der Liebe Abendgewölke schweben hell Am bepurpurten Himmel; Hesperus schaut, mit Liebesblik, Durch den blühenden Lindenhain, Und ihr schmelzendes Trauerlied Zirpt im Kraute die Grille! Freuden der Liebe harren dein! Flüstern leise die Winde; Freuden der Liebe harren dein! Tönt die Kehle der Nachtigall, Hoch vom Sternengewölb' herab Schallt mir Stimme der Liebe! Himmel! aus jenem Schattengang Wandelt Maja die Fromme! Heftet den Engelblik auf mich, Fleugt dem seligen Jüngling zu! Heil mir! daß du auch ihr getönt, Süsse Stimme der Liebe!
Der Menschen Geschlechter erscheinen und schwinden, wie Blumen der Wiese, wie Blätter des Hains.
Bald vergehn des Lebens Herrlichkeiten, Bald entflieht das Traumbild eitler Macht, Bald versinkt im schnellen Lauf der Zeiten, Was die Erde trägt in öde Nacht. Lorbeern, die des Siegers Stirn umkränzen, Thaten, die in Erz und Marmor glänzen, Urnen, der Erinnerung geweiht, Und Gesänge der Unsterblichkeit!
Zuruf Alles kann sich umgestalten! Mag das dunkle Schicksal walten. Mutig! auf der steilsten Bahn. Trau' dem Glücke! Trau den Göttern! Steig', trotz Wogendrang und Wettern, Kühn, wie Cäsar, in den Kahn. Laß den Schwächling angstvoll zagen! Wer um Hohes kämpft, muß wagen! Leben gelt' es oder Tod. Laß die Woge donnernd branden! Nur bleib immer, magst du landen Oder Scheitern, selbst Pilot!