Jedes Neue, auch das Glück, erschreckt.
Glückselig nenne ich den, der, um zu genießen, nicht nötig hat, unrecht zu tun, und um recht zu handeln, nicht nötig hat zu entbehren.
Ohne Wahl verteilt die Gaben, ohne Billigkeit das Glück.
Das Überraschende macht Glück.
Das Volk versteht sich besser auf sein Glück, Kein Schein verführt sein sicheres Gefühl.
Es reift keine Seligkeit unter dem Monde.
Geflügelt ist das Glück und schwer zu binden, Nur in verschloßner Lade wirds bewahrt, Das Schweigen ist zum Hüter ihm gesetzt, Und rasch entfliegt es, wenn Geschwätzigkeit Voreilig wagt, die Decke zu erheben.
Die Uhr schlägt keinem Glücklichen.
Ein jeglicher versucht sein Glück, Doch schmal nur ist die Bahn zum Rennen.
Zürne dem Glücklichen nicht, daß den leichten Sieg ihm die Götter Schenken, daß aus der Schlacht Venus den Liebling entrückt. Ihn, den die lächelnde rettet, den Göttergeliebten beneid ich, Jenen nicht, dem sie mit Nacht deckt den verdunkelten Blick.
Entlasse Das Glück, das dir als Sklave hat gedient, Eh es sich zürnend selbst befreit, es haßt Die Treu und keinem dient es bis ans Ende.
Weil das Glück aus seiner Tonnen Die Geschicke blind verstreut, Freue sich und jauchze heut, Wer das Lebenslos gewonnen!
Seligkeit zerstören ist auch Seligkeit.
Selig, welchen die Götter, die gnädigen, vor der Geburt schon Liebten, welchen als Kind Venus im Arme gewiegt, Welchem Phöbus die Augen, die Lippen Hermes gelöset, Und das Siegel der Macht Zeus auf die Stirne gedrückt!
Jede irdische Venus ersteht wie die erste des Himmels, Eine dunkle Geburt aus dem unendlichen Meer; Wie die erste Minerva, so tritt mit der Ägis gerüstet Aus des Donnerers Haupt jeder Gedanke des Lichts.
Nur wenn sie reif ist, fällt des Schicksals Frucht!
Die Welt wird nie das Glück erlauben, Als Beute wird es nur gehascht, Entwenden mußt dus oder rauben, Eh dich die Mißgunst überrascht.
Endlos liegt die Welt vor deinen Blicken, Und die Schiffahrt selbst ermißt sie kaum, Doch auf ihrem unermeßnen Rücken Ist für zehen Glückliche nicht Raum.
So sauer ringt die kargen Lose Der Mensch dem harten Himmel ab, Doch leicht erworben, aus dem Schoße Der Götter fällt das Glück herab.
Das Glück Wohnt droben in dem Schoß des ewgen Vaters.