Friedrich von Schiller (1759–1805)

366 Sprüche Klassik

Jedes Neue, auch das Glück, erschreckt.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Don Cesar

Glückselig nenne ich den, der, um zu genießen, nicht nötig hat, unrecht zu tun, und um recht zu handeln, nicht nötig hat zu entbehren.

Schiller, Über die notwendigen Grenzen beim Gebrauch schöner Formen, 1795

Ohne Wahl verteilt die Gaben, ohne Billigkeit das Glück.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Siegesfest, 1803

Das Überraschende macht Glück.

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 3. Akt, 10. Auftritt, König

Das Volk versteht sich besser auf sein Glück, Kein Schein verführt sein sicheres Gefühl.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 3. Akt, 2. Szene, Berta

Es reift keine Seligkeit unter dem Monde.

Schiller, Die Räuber, 1781. 4. Akt, 2. Szene, Amalia

Geflügelt ist das Glück und schwer zu binden, Nur in verschloßner Lade wirds bewahrt, Das Schweigen ist zum Hüter ihm gesetzt, Und rasch entfliegt es, wenn Geschwätzigkeit Voreilig wagt, die Decke zu erheben.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Don Manuel

Die Uhr schlägt keinem Glücklichen.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3 Akt, 3. Auftritt, Max

Ein jeglicher versucht sein Glück, Doch schmal nur ist die Bahn zum Rennen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Spiel des Lebens, 1803

Zürne dem Glücklichen nicht, daß den leichten Sieg ihm die Götter Schenken, daß aus der Schlacht Venus den Liebling entrückt. Ihn, den die lächelnde rettet, den Göttergeliebten beneid ich, Jenen nicht, dem sie mit Nacht deckt den verdunkelten Blick.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Glück, 1798

Entlasse Das Glück, das dir als Sklave hat gedient, Eh es sich zürnend selbst befreit, es haßt Die Treu und keinem dient es bis ans Ende.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 9. Auftritt, Schwarzer Ritter

Weil das Glück aus seiner Tonnen Die Geschicke blind verstreut, Freue sich und jauchze heut, Wer das Lebenslos gewonnen!

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Siegesfest, 1803

Seligkeit zerstören ist auch Seligkeit.

Schiller, Kabale und Liebe, entstanden 1782/83, Erstdruck 1784. 4. Akt, 7. Szene, Lady Milford

Selig, welchen die Götter, die gnädigen, vor der Geburt schon Liebten, welchen als Kind Venus im Arme gewiegt, Welchem Phöbus die Augen, die Lippen Hermes gelöset, Und das Siegel der Macht Zeus auf die Stirne gedrückt!

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Glück, 1798

Jede irdische Venus ersteht wie die erste des Himmels, Eine dunkle Geburt aus dem unendlichen Meer; Wie die erste Minerva, so tritt mit der Ägis gerüstet Aus des Donnerers Haupt jeder Gedanke des Lichts.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Glück, 1798

Nur wenn sie reif ist, fällt des Schicksals Frucht!

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 5. Akt, 4. Auftritt, Johanna

Die Welt wird nie das Glück erlauben, Als Beute wird es nur gehascht, Entwenden mußt dus oder rauben, Eh dich die Mißgunst überrascht.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Geheimnis, 1797

Endlos liegt die Welt vor deinen Blicken, Und die Schiffahrt selbst ermißt sie kaum, Doch auf ihrem unermeßnen Rücken Ist für zehen Glückliche nicht Raum.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Antritt des neuen Jahrhunderts, Erstdruck 1801 unter dem Titel »An ***«

Ach, wie glücklich sind die Toten!

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Siegesfest, 1803

So sauer ringt die kargen Lose Der Mensch dem harten Himmel ab, Doch leicht erworben, aus dem Schoße Der Götter fällt das Glück herab.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Geheimnis, 1797

Das Glück Wohnt droben in dem Schoß des ewgen Vaters.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 4. Auftritt, Johanna