Nur durch die Liebe und durch das Bewußtsein der Liebe wird der Mensch zum Menschen.
Das Geliebte zu vergöttern ist die Natur des Liebenden.
Leben und unbeschränkte Freude bedeuten Liebe.
Und woher entstehen solche kleine Abstoßungen als aus der gegenseitigen Unersättlichkeit im Lieben und Geliebtwerden? Ohne diese Unersättlichkeit gibt's keine Liebe. Wir leben und lieben bis zur Vernichtung. Und wenn die Liebe es ist, die uns erst zu wahren vollständigen Menschen macht, das Leben des Leben ist, so darf auch sie wohl die Widersprüche nicht scheuen, so wenig wie das Leben und die Menschheit; so wird auch ihr Frieden nur auf den Streit der Kräfte folgen.
Liebst du wohl, wenn du nicht die Welt in dem Geliebten findest?
Das Erste in der Liebe ist der Sinn füreinander, und das Höchste, der Glauben aneinander.
Das Mädchen Wie so innig, möcht ich sagen, Sich der Meine mir ergibt, Um zu lindern meine Klagen, Daß er nicht so innig liebt. Will ich's sagen, so entschwebt es; Wären Töne mir verliehen, Flöss' es hin in Harmonien, Denn in jenen Tönen lebt es. Nur die Nachtigall kann sagen, Wie er innig sich mir gibt, Um zu lindern meine Klagen, Daß er nicht so innig liebt.
Die Glückliche Der Sommer glüht im Purpur der Granaten, Und auch die kleinsten Blümchen schimmern golden, Und wenn der Abend weht in grünen Saaten, Wird alles sanft der gleiche Schein vergolden; So kann auch Einen Sinn nur fühlend raten, Die Seele in des Freundes Wort, dem holden. Ein Sinn, der, wie die Worte schweben, bliebe: Was ihr klagt oder scherzt, es ist nur Liebe.
Es ist alles in der Liebe: Freundschaft, schöner Umgang, Sinnlichkeit und auch Leidenschaft; und es muß alles darin sein, und eins das andere verstärken und lindern, beleben und erhöhen.
Nicht den Schwächeren wähle zum Freund dir, um weichlich zu ruhen; Sondern, wer gleich dir an Geist, kräftig dich regt und ergänzt.
Freundschaft ist partiale Ehe und Liebe ist Freundschaft von allen Seiten und nach allen Richtungen, universelle Freundschaft.
Das Bewußtsein der notwendigen Grenzen ist das Unentbehrlichste und das Seltenste in der Freundschaft.
Wenn man in der Mitteilung der Gedanken zwischen absolutem Verstehen und absolutem Nichtverstehen abwechselt, so darf das schon eine philosophische Freundschaft genannt werden. Geht es uns doch mit uns selbst nicht besser. Und ist das Leben eines denkenden Menschen wohl etwas andres als eine stete innere Symphilosophie?
Alle Tätigkeit, die nicht von den Göttern ausgeht, ist des Menschen unwürdig. Es ist also gut, sich in Vorrat zu setzen.
Nur um eine liebende Frau her kann sich eine Familie bilden.
Willst du die Menschheit vollständig erblicken, so suche eine Familie. In der Familie werden die Gemüter organisch Eins, und eben darum ist sie ganz Poesie.
Die Frauen müssen wohl prüde bleiben, solange Männer sentimental, dumm und schlecht genug sind, ewige Unschuld und Mangel an Bildung von ihnen zu fordern.
Der Mensch ist vor allen andern Geschöpfen ein auf Hoffnung gestelltes Wesen; man könnte sagen, es ist ein unsterblicher Geist im Zustande der Hoffnung [...].
Laßt die Religion frei, und es wird eine neue Menschheit beginnen.
Religion und Moral sind sich symmetrisch entgegengesetzt, wie Poesie und Philosophie.