Friedrich Wilhelm Weber (1813–1894)

9 Sprüche Romantik

Das Leben ist eine Kunst, und ehrliches Leben der feinste und schwerste Theil dieser Kunst.

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Auf der Heid' ein Wolkenschatten fährt dahin des Menschenleben. Sind vom Tode wir umgeben. Zittert! in des Lebens Mitte.

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Uhlands Tod Zu Tübingen am Neckar, da steht ein stilles Haus, da trat beim Sternenlichte, den Hut tief im Gesichte, ein bleicher Mann heraus. Wer weiß, daß du verstummtest? Dies Haus und ich allein! Doch morgen wird man trauern von Memels alten Mauern bis an den Wasichenstein. Da schallte von der Brücke der Burschen strammer Tritt; sie huben an zu singen, manch Fräulein von Tübingen sang in Gedanken mit. »Ich hatt' einen Kameraden!« das klang so frisch und voll: der Bleiche horchte lange, bis brennend auf die Wange ihm eine Träne quoll. »Und ob im Todeskampfe das deutsche Herz dir brach: dein Geist wird um uns schweben, denn deine Lieder leben bis an den jüngsten Tag.« Der Mond, der schien so helle, der aus den Wolken trat, im Neckar sang es leise, und fern verklang die Weise: »Mein guter Kamerad.«

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Die Arbeit ist das beste Gebet.

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Ein Leben ohne Arbeit gilt nur, was ein Rahmen ohne Bild.

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Beschäftigung ist manchem lieb und wert, Gemächlich will er dies und das verrichten; Das Tasten und das Tappen frommt mitnichten, Nur saure Arbeits ist's, die ehrt und nährt.

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Vergiß nicht, daß jede schwarze Wolke eine dem Himmel zugewandte Sonnenseite hat.

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Beim Tod meines Bruders Nun danke Gott, die Fahrt ist aus! Du kehrtest heim ins Vaterhaus, froh bist du bei den Deinen, - und ich muß weinen. Du kehrtest heim, stell' hin den Stab, die schwere Bürde, leg' sie ab, zieh aus die Reiseschuhe, nun hast du Ruhe. Dir tat so unsanft diese Welt, vergiß sie unterm Palmenzelt, vergiß sie in der andern; - ich muß noch wandern. Und bring der Mutter Gruß auf Gruß von Ihrem, der noch wandern muß, und sag' ihr, daß sein Lieben ihr treu geblieben. Und sag', sein Kopf sei greis und alt, wohl käm' er gern, wohl käm' er bald: zwei Blumen hab' er im Garten, der müss' er warten.

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Für das Leben und für das Sterben Vier Dinge gibt es zu werben: Für das Leben ein Haus, ein Kleid und ein Brot Und Gottes Huld für den bitteren Tod.

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